19 April 2026, 08:08

15-Euro-Mindestlohn: Warum die Debatte über Armutsbekämpfung polarisiert

Eine Liniendiagramm, das die Löhne in den Vereinigten Staaten mit begleitendem erklärendem Text zeigt.

15-Euro-Mindestlohn: Warum die Debatte über Armutsbekämpfung polarisiert

Pläne für eine Erhöhung des Mindestlohns auf 15 Euro entfachen Debatte über dessen Wirkung auf Armut

Eine geplante Anhebung des deutschen Mindestlohns auf 15 Euro hat eine Diskussion über seine Auswirkungen auf die Armut ausgelöst. Studien zufolge würde die Maßnahme die Armutsquote nur geringfügig senken. Gleichzeitig bestehen weiterhin Bedenken hinsichtlich unbeabsichtigter wirtschaftlicher Folgen für Beschäftigte und Unternehmen.

In Deutschland gilt ein Armutsrisiko, wenn das Einkommen unter 60 Prozent des mittleren Haushaltsnettoeinkommens liegt. Die allgemeine Armutsgefährdungsquote stieg jüngst auf 16,3 Prozent. Allerdings verringerte sich das Risiko bei Geringverdienern mit weniger als 12 Euro Stundenlohn nach früheren Lohnerhöhungen um 5,5 Prozentpunkte.

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Laut Prognosen würde eine schrittweise Erhöhung des Mindestlohns auf 14,60 Euro bis 2027 nur einen bescheidenen Effekt auf die Armutsbekämpfung haben. Ein Mindestlohn von 15 Euro könnte die Armutsquote insgesamt lediglich um 0,2 Prozentpunkte reduzieren. Kritiker warnen, dass höhere Löhne zu weniger Arbeitsplätzen führen könnten, da Unternehmen Personal abbauen müssten, um die Kosten zu stemmen.

Befürworter entgegnen, dass ein höherer Mindestlohn die Einkommen von Niedriglöhnerinnen und Niedriglöhner direkt steigert. Doch das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) gibt zu bedenken, dass höhere Löhne Sozialleistungen kürzen oder Abgaben erhöhen könnten – und damit die Nettogewinne der Beschäftigten schmälern. Zudem bliebe der Einfluss auf Rentenansprüche voraussichtlich gering.

Die Debatte zeigt, wie begrenzt die Wirkung von Mindestlohnerhöhungen als alleiniges Instrument zur Armutsbekämpfung ist. Zwar würden einige Arbeitnehmer mehr verdienen, doch breitere wirtschaftliche Effekte könnten den Gesamtnutzen mindern. Die Diskussion dauert an, während Politiker die Abwägung zwischen Löhnen, Beschäftigung und sozialer Absicherung prüfen.

Quelle