16 February 2026, 12:15

AfD-Politikerin greift Heidi Reichinnek wegen Luxus-Audi an – doch die Fakten stimmen nicht

Ein Plakat mit einer Person in einem blauen Hemd, die entschlossen in einem Auto sitzt, mit der überschrift "Carsharing ist Pflicht" oben.

Streit um Heidis Dienstwagen: Kann sich eine Linke Luxus leisten? - AfD-Politikerin greift Heidi Reichinnek wegen Luxus-Audi an – doch die Fakten stimmen nicht

Ein Streit in den sozialen Medien ist entbrannt, nachdem die AfD-Abgeordnete Beatrix von Storch der Linken-Vorsitzenden Heidi Reichinnek vorgeworfen hatte, einen Luxuswagen mit einem persönlichen Kennzeichen zu fahren. Der Konflikt begann, als ein Foto auftauchte, das Reichinnek neben einem Audi A8 mit dem Nummernschild B-HR 419 zeigt – eine Kombination, die ihren Initialen und ihrem Geburtsdatum entspricht. Kritiker hinterfragten umgehend, ob es sich bei dem Fahrzeug um einen übertriebenen Privatkauf handle.

Doch die Vorwürfe scheinen Teil einer größeren politischen Auseinandersetzung zu sein – einer, die auch interne Spannungen innerhalb der AfD über deren eigene Personalpraktiken offenbart hat.

Der Streit eskalierte, als von Storch das Bild online teilte und behauptete, Reichinnek nutze den rund 100.000 Euro teuren Audi A8 als Privatfahrzeug. Das Kennzeichen B-HR 419 schien auf ihren Namen und ihr Geburtsdatum anzuspielen. Faktenchecker und Medienberichte, darunter das Magazin stern, bestätigten später jedoch, dass der Wagen nicht Reichinneks Privateigentum war. Stattdessen handelte es sich um ein Leasingfahrzeug, das der Führungsebene der Linken zur Verfügung steht – eine übliche Praxis für Fraktionsvorsitzende im Bundestag.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Während sich die Geschichte verbreitete, kamen Zweifel an der Richtigkeit von Storchs Behauptung auf. Weitere Fotos zeigten denselben Wagen mit einem anderen Kennzeichen, was den Verdacht nährte, das ursprüngliche Bild könnte manipuliert oder aus dem Zusammenhang gerissen worden sein. Einige Kommentatoren warfen der AfD-Politikerin vor, auf eine Falschmeldung hereingefallen zu sein.

Der Angriff auf Reichinnek erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die AfD selbst zunehmend unter Druck gerät. Der AfD-Abgeordnete Markus Frohnmaier steht in der Kritik, weil er seine Ehefrau in einer aus Steuergeldern finanzierten Position beschäftigt. Sie arbeitet für den AfD-Kollegen Johann Martel, was Vorwürfe der Vetternwirtschaft innerhalb der Partei aufkommen lässt. Frohnmaier verteidigte die Anstellung mit dem Verweis auf die akademischen Qualifikationen seiner Frau und argumentierte, dass familiäre Bindungen allein niemandem die Arbeit für die Partei verwehren sollten.

Politische Beobachter vermuten, dass die AfD mit dem Fokus auf Reichinneks Auto möglicherweise von den eigenen Kontroversen ablenken will. Persönliche Kennzeichen sind unter deutschen Politikern nicht ungewöhnlich, und alle Fraktionsvorsitzenden im Bundestag nutzen Dienstfahrzeuge als Teil ihrer Amtsausstattung. Dennoch hält der Streit die Aufmerksamkeit auf den Umgang beider Parteien mit öffentlichen Ressourcen – und die Methoden, mit denen politische Gegner angegriffen werden.

Die Auseinandersetzung zeigt, wie schnell sich politische Vorwürfe in sozialen Medien verbreiten können, selbst wenn sich zentrale Details später als falsch herausstellen. Zwar handelt es sich bei dem fraglichen Audi um ein Standardfahrzeug für Reichinneks Position, doch die Affäre lenkt erneut den Blick auf die internen Kämpfe der AfD mit Vorwürfen der Vetternwirtschaft. Nun muss sich die Partei die Frage gefallen lassen, ob ihre Kritik an anderen dazu dient, die eigenen Skandale zu überspielen.