02 April 2026, 12:13

AfD zerrissen: Machtkampf um US-Truppen und NATO spaltet die Partei bis ins Mark

Ein Plakatplan des sowjetisch-finnischen Krieges (1939–1940) mit Text, der das Ausmaß des Konflikts beschreibt.

AfD zerrissen: Machtkampf um US-Truppen und NATO spaltet die Partei bis ins Mark

Ein erbitterter Streit über die Außenpolitik reißt die rechtspopulistische AfD in Deutschland auseinander. Im Mittelpunkt des Konflikts stehen die Beziehungen zu den USA, wobei führende Vertreter uneins sind, ob die amerikanischen Truppen das Land verlassen sollten. Ein Abgeordneter warnte sogar vor einer möglichen Parteispaltung.

Die Auseinandersetzung spaltet die NATO-befürwortenden Mitglieder von einer Fraktion, die engere Bindungen zu Russland anstrebt, und legt tiefe Gräben innerhalb der AfD-Führung offen. Der jüngste Zündstoff kam, als AfD-Co-Vorsitzender Tino Chrupalla den sofortigen Abzug der US-Truppen aus Deutschland forderte. Sein Aufruf, der bei einer Parteiveranstaltung in Sachsen mit Applaus bedacht wurde, löste umgehend scharfe Kritik aus. Maximilian Krah, AfD-Bundestagsabgeordneter, widersprach Chrupalla öffentlich und betonte, Deutschland brauche "starke Partner" wie die USA. Krah argumentierte, die extremen Positionen der Partei – sowohl im Inland als auch international – hätten nur die politische Isolation verstärkt, die ihr von den etablierten Parteien auferlegt werde.

Die Verbindung der AfD zu Martin Sellners umstrittenem "Remigrations"-Plan habe die Beziehungen zu anderen Parteien zusätzlich vergiftet, so Krah. Gleichzeitig sorgt die schwankende Haltung der Partei gegenüber den USA für Chaos. Einst an der Seite Russlands und Wladimir Putins, vollzog die AfD später eine Kehrtwende hin zu Donald Trump – nur um sich in den letzten Monaten wieder davon zu distanzieren.

Interne Spannungen entzündeten sich auch an der NATO-Frage. Rüdiger Lucassen, der verteidigungspolitische Sprecher der AfD, gerät zunehmend unter Beschuss durch den russlandfreundlichen Flügel der Partei, angeführt von Björn Höcke. Lucassen, der Russland als größte Bedrohung für die östliche Flanke der NATO betrachtet, wird von seinen innerparteilichen Kritikern als "NATO-Junge" diffamiert, die ihn aus der Partei drängen wollen. Seine prowestliche Haltung macht ihn zum Ziel von Angriffen.

Der Streit eskalierte während des jüngsten Iran-Konflikts. Hannes Gnauck, ein weiterer Verteidigungsexperte der AfD, verfasste eine Presseerklärung zur Unterstützung der USA – doch die Parteiführung blockierte deren Veröffentlichung. Das aktuelle AfD-Programm fordert nun den Abzug der US-Truppen und den Austritt Deutschlands aus der nuklearen Teilhabe der NATO. Doch Vertreter wie Lucassen und Gnauck widersetzen sich weiterhin und warnen, solche Schritte würden die nationale Sicherheit schwächen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Bis 2024 hat der Machtkampf zwischen Chrupallas antiamerikanischer Fraktion und den NATO-freundlichen Mitgliedern wie Lucassen und Krah die Partei tief gespalten. Einige Insider fürchten, die internen Querelen könnten zu einem endgültigen Bruch führen.

Der außenpolitische Richtungsstreit der AfD zeigt keine Anzeichen einer Beruhigung. Während der eine Flügel den Abzug der US-Truppen fordert und der andere vor Sicherheitsrisiken warnt, bleibt die Partei zerrissen. Das Ergebnis könnte ihre politische Zukunft neu gestalten – entweder durch einen Kompromiss oder durch eine formelle Abspaltung von Mitgliedern.

Vorerst hat der Streit die Isolation der AfD noch verstärkt, da die etablierten Parteien angesichts ihrer harten Positionen jede Zusammenarbeit ausschließen.

Quelle