Apotheken ächzen unter steigenden Lohnkosten und neuen Tarifverhandlungen
Sebastian HoffmannApotheken ächzen unter steigenden Lohnkosten und neuen Tarifverhandlungen
Apotheken in Deutschland stehen unter zunehmendem finanziellen Druck, da die Lohnkosten durch neue Tarifabschlüsse steigen. Die jüngsten Erhöhungen, darunter die Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns, haben die jährlichen Ausgaben um mehrere tausend Euro erhöht – und weitere Steigerungen sind bereits geplant. Nun bereiten sich Gewerkschaften und Arbeitgeber auf neue Verhandlungen vor, da wichtige Tarifverträge bald auslaufen.
Zum Jahresbeginn 2026 stiegen die Löhne in Apotheken um drei Prozent, wie in einem 2,5-jährigen Tarifvertrag vereinbart. Diese Anpassung, Teil einer Gesamtsteigerung von sieben Prozent, kostete die Arbeitgeber im Schnitt 9.500 Euro pro Jahr. Hinzu kam die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf 13,90 Euro pro Stunde, was die jährlichen Ausgaben pro Apotheke um etwa 700 Euro erhöhte.
Die kumulativen Auswirkungen der letzten beiden Jahre sind beträchtlich: Allein die tariflichen Lohnerhöhungen zwischen 2024 und 2026 belasten die Apotheken mit rund 30.000 Euro. Da die Einstiegsgehälter für Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte (PKA) und Pharmazeutisch-technische Assistenten (PTA) mittlerweile nahe an – oder sogar unter – dem für 2027 geplanten Mindestlohn von 14,60 Euro liegen, verschärft sich die finanzielle Belastung weiter.
Zwei zentrale Tarifverträge laufen demnächst aus: Die Vereinbarung zwischen Adexa und dem Arbeitgeberverband Deutscher Apotheken (ADA) gilt bis zum 31. Dezember 2026, während der Vertrag der Tarifgemeinschaft der Leitenden Apothekenangestellten (TGL) in Nordrhein-Westfalen bereits ein halbes Jahr früher endet. Die Gewerkschaft Adexa hat signalisiert, bereit für neue Gespräche zu sein, doch Verhandlungen werden erst beginnen, sobald eine Voraussetzung erfüllt ist.
Die finanzielle Lage des Sektors bleibt angespannt, und eine Entlastung ist kurzfristig nicht in Sicht. Da der Mindestlohn 2027 auf 14,60 Euro steigt – ein Anstieg um 17,6 Prozent seit 2024 –, müssen Apotheken die höheren Kosten ohne zusätzliche Mittel bewältigen. Die anstehenden Verhandlungen werden zeigen, ob die ohnehin schon stark belastete Branche weiter unter Druck gerät.






