Apothekenfonds gibt Rekordsumme aus – 55 Prozent mehr als im Vorjahr
Notfall- und Nachtdienst-Apothekenfonds (NNF) gibt 11,3 Millionen Euro aus – deutlicher Anstieg der Mittelvergabe
Im dritten Quartal verteilte der Notfall- und Nachtdienst-Apothekenfonds (NNF) 11,3 Millionen Euro – ein deutlicher Anstieg der Ausgaben. Dies entspricht einem Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorquartal und sogar einem Zuwachs von 55 Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres. Unterdessen weitete sich der Pharmazeutische Dienstleistungsfonds (pDL) trotz gestiegener Nachfrage nach seinen Angeboten weiter aus.
Der pDL verzeichnete im dritten Quartal ein kräftiges finanzielles Wachstum und nahm fast 35 Millionen Euro an Beiträgen ein. Nach Abzug der Verwaltungskosten stehen nun über 548 Millionen Euro für künftige Ausschüttungen zur Verfügung. Die Einnahmen übersteigen die Ausgaben weiterhin deutlich, was die Stabilität des Fonds unterstreicht.
Insgesamt reichten 8.777 Apotheken im Berichtszeitraum Abrechnungen beim pDL ein. Zu den wichtigsten Leistungen zählten 44.527 standardisierte Risikobewertungen bei Bluthochdruck – ein Anstieg von 43 Prozent im Jahresvergleich und 13 Prozent mehr als im Vorquartal. Darüber hinaus erhielten 91.274 Patientinnen und Patienten Anleitungen zur korrekten Anwendung von Inhalatoren, 18 Prozent mehr als im Vorjahr, aber 16 Prozent weniger als im zweiten Quartal.
Auch die erweiterte Polymedikationsberatung verzeichnete einen starken Zuwachs: 78.949 Patientinnen und Patienten, die fünf oder mehr Medikamente einnehmen, erhielten Unterstützung – ein Plus von 69 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 21 Prozent mehr als im zweiten Quartal.
Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) plant nun im Rahmen der Apothekenreform, den pDL aufzulösen. Stattdessen soll der bisherige Beitrag von 20 Cent pro Packung, der den Fonds finanziert, künftig in den Notfalldienst der Apotheken fließen.
Die steigenden Auszahlungen des NNF und das finanzielle Wachstum des pDL spiegeln die wachsende Nachfrage nach apothekerlichen Dienstleistungen wider. Mit der geplanten Reform des BMG wird sich die Mittelverwendung hin zur Notfallversorgung verschieben. Die Änderungen treten in Kraft, sobald die Apothekenreform final beschlossen ist.






