Badenova fordert Turbo für die Energiewende vor der Landtagswahl 2026
Emil NeumannBadenova fordert Turbo für die Energiewende vor der Landtagswahl 2026
Badenova drängt auf beschleunigte Energiewende in Baden-Württemberg vor der Landtagswahl 2026
Der Freiburger Energieversorger Badenova fordert mehr Tempo bei der Energie- und Wärmewende in Baden-Württemberg – noch vor den Landtagswahlen 2026. Das Unternehmen benennt zentrale Herausforderungen: Finanzierungslücken, langsame Genehmigungsverfahren und die Notwendigkeit stärkerer politischer Unterstützung, um die Klimaziele zu erreichen.
In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Ausbau der Fernwärmenetze in Baden-Württemberg verdoppelt, mit einem jährlichen Zuwachs von durchschnittlich 120 Kilometern neu angebundener Leitungen. Besonders dynamisch entwickelt sich die Situation in Regionen wie Stuttgart, Mannheim und Freiburg: Allein die Stuttgarter Stadtwerke bauen jährlich 45 Kilometer aus, Freiburg und Mannheim kommen jeweils auf 30 Kilometer pro Jahr. Dennoch warnt Badenova, dass die wirtschaftliche Tragfähigkeit dieser Projekte von besser abgestimmten Förderprogrammen und verlässlicher Landesunterstützung abhängt.
Ein großes, noch ungenutztes Potenzial sieht das Unternehmen in der Geothermie im Oberrheingraben. Hier fordert es jedoch Landesmittel für die kostspielige geologische Erkundung. Um Projekte zu beschleunigen und Kosten zu senken, plädiert Badenova für schnellere Genehmigungen durch standardisierte Vorschriften sowie eine stärkere Digitalisierung in den Behörden.
Beim Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur verlangt der Versorger klare politische Rahmenbedingungen und Finanzierungslösungen für regionale Verteilnetze. Zudem schlägt er vor, die Eigenkapitalbasis kommunaler Unternehmen durch staatlich geförderte nachrangige Darlehen zu stärken, um die Energiewende zu finanzieren. Darüber hinaus betont Badenova die Notwendigkeit besserer Anreize für Windenergie in Südwestdeutschland, um den Ausbau der Erneuerbaren und den Netzausbau enger zu verzahnen.
Der Energieversorger insistiert darauf, dass eine engere Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Wirtschaft und Politik unverzichtbar ist. Nur durch gemeinsame Anstrengungen, so die Überzeugung, könne Baden-Württemberg klimaneutral und zukunftsfest werden.
Badenovas Vorschläge zielen auf konkrete Maßnahmen ab, um die Energiewende zu beschleunigen: schnellere Genehmigungsverfahren, gezielte Förderung und ein stärkeres politisches Bekenntnis. Ohne diese Schritte, warnt das Unternehmen, drohe die Region ihre Klimaziele zu verfehlen.