16 March 2026, 12:16

Beförderungswelle an Schulen: Warum Baden-Württembergs A14-Pläne für Streit sorgen

Eine Säulendiagramm, das den staatlichen und kommunalen Ausgaben für Bildung zeigt, wobei jede Säule einen anderen Bundesstaat darstellt und ihre Höhe den Betrag angibt, der ausgegeben wird.

Beförderungswelle an Schulen: Warum Baden-Württembergs A14-Pläne für Streit sorgen

Baden-Württembergs Bildungsministerium plant Hundertfache Beförderungen auf A14-Stellen bis Mai

Das Kultusministerium in Baden-Württemberg hat Pläne vorgestellt, bis Mai hunderte Lehrkräfte in die Besoldungsstufe A14 zu befördern – ein bedeutender Karriereschritt für erfahrene Pädagogen, der mit zusätzlichen Aufgaben wie Koordinations- und Entwicklungsfunktionen verbunden ist. Doch die Verteilung der Stellen sorgt für Kontroversen.

Die Landesregierung hat 81 der A14-Positionen für Lehrkräfte an Gymnasien und 203 für Berufsschulen vorgesehen. Auch an Gemeinschaftsschulen gibt es weitere Beförderungsmöglichkeiten. Ein Teil dieser Stellen wird jährlich über offene Bewerbungen vergeben, andere hängen von Leistungsbeurteilungen ab. Grundlage des Verfahrens ist die Verwaltungsvorschrift "Beförderung zur Oberstudienrätin/zum Oberstudienrat", die zuletzt 2001 aktualisiert wurde.

Der Philologenverband Baden-Württemberg (PhV BW) übt scharfe Kritik an der Praxis: Die neuen Chancen für Gemeinschaftsschulen gingen demnach zu Lasten der Gymnasien. Laut Verband fließen für die zusätzlichen Stellen keine neuen Mittel – stattdessen würden Ressourcen von den Gymnasien umgeschichtet, was dort bestehende Rückstände bei Beförderungen weiter verschärfe.

Im Regierungsbezirk Karlsruhe ist durch die Umverteilung nahezu das gesamte Jahreskontingent für Gymnasialbeförderungen aufgebraucht. Der PhV BW spricht von einem "haushaltspolitischen Taschenspielertrick" und warnt vor einer "systematischen Unterfinanzierung" der Gymnasien. Die Politik offengebare tiefe strukturelle Mängel in der Personalplanung, die Gymnasiallehrkräfte benachteilige.

Während die Ankündigung des Ministeriums Hunderten Lehrkräften neue Perspektiven eröffnet, bleibt die Verteilung der A14-Stellen umstritten. Während Gymnasiallehrer weniger Chancen erhalten, profitieren Gemeinschafts- und Berufsschulen überproportional. Der Streit spiegelt die anhaltenden Spannungen um Finanzierung und Personalprioritäten im baden-württembergischen Bildungssystem wider.

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