15 April 2026, 20:09

Berliner Bühnenarbeiter kämpfen gegen prekäre Verträge und unsichere Arbeitsbedingungen

Plakat mit Cantus Collin und Konrad Junghänel, Text mit Konzertdetails.

Berliner Bühnenarbeiter kämpfen gegen prekäre Verträge und unsichere Arbeitsbedingungen

Beschäftigte des Stagecraft-Unternehmens 36 Stage XL in Berlin gründen Initiative für bessere Arbeitsbedingungen

Mitarbeiter:innen von 36 Stage XL, einem Unternehmen, das Bühnen für große Berliner Veranstaltungsorte aufbaut und verwaltet, haben sich in einer Betriebsgruppe organisiert, um bessere Arbeitsbedingungen durchzusetzen. Die Initiative steht in Verbindung mit der anarchosyndikalistischen Basisgewerkschaft FAU (Freie Arbeiter:innen-Union) und prangert Missstände wie unsichere Arbeitsabläufe und prekäre Verträge an. Die Beschäftigten berichten von finanziellen Notlagen und fehlendem Basisschutz – und das, obwohl sie für Großveranstaltungen von Künstler:innen wie Metallica oder Lady Gaga im Einsatz sind.

Das Unternehmen 36 Stage XL ist für die Bühnenlogistik an zentralen Berliner Standorten zuständig, darunter die Uber Arena, die Waldbühne und das Olympiastadion. Trotz der Arbeit an hochkarätigen Produktionen sehen sich die Beschäftigten mit unsicheren Beschäftigungsverhältnissen konfrontiert. Vojta C., ein Bühnenarbeiter, der für schwere körperliche Tätigkeiten und den Aufbau von Veranstaltungen verantwortlich ist, war zunächst in einem Minijob angestellt – nach Beschwerden über ausstehende Löhne wurden seine Schichten jedoch reduziert.

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Auch German Garcia, ein weiterer Mitarbeiter, arbeitete auf Basis eines befristeten Vertrages ohne garantierte Arbeitszeiten oder Zugang zu Kranken- und Sozialversicherung. Als er krankheitsbedingt ausfiel, erhielt er kein Krankengeld und geriet in finanzielle Bedrängnis. Die FAU hat inzwischen eine rechtliche Prüfung der Vertragspraktiken des Unternehmens in Auftrag gegeben.

Hinzu kommen gravierende Sicherheitsbedenken: Die Beschäftigten geben an, sie erhielten keine ausreichende Einarbeitung und müssten ihre Schutzkleidung selbst finanzieren. Als Reaktion darauf bietet die von der FAU unterstützte Kampagne Stage Workers United nun Beratung zu Arbeitsrechten und Arbeitsschutz für Branchenangehörige an. Die Gewerkschaft wertet ihre Bemühungen zwar als Erfolg, doch viele Mitarbeiter:innen fürchten weiterhin Repressalien wie Schichtkürzungen, sollten sie sich öffentlich äußern.

Mit der rechtlichen Auseinandersetzung und einer öffentlichen Kampagne will die FAU das Unternehmen 36 Stage XL zu fairen Verträgen und sicheren Arbeitsbedingungen drängen. Die Beschäftigten bleiben jedoch in prekären Verhältnissen – ohne Garantien für Arbeitszeiten oder Versicherungsschutz. Das Ergebnis der rechtlichen Prüfung könnte wegweisend für Arbeitsstandards in der Berliner Veranstaltungsszene werden.

Quelle