13 March 2026, 16:10

Berliner Staatsoper 2026/27: Barock, Beethoven und internationale Gastspiele

Ein großer Saal voller Musikinstrumente, Stühle, Ständer mit Papieren und anderen Gegenständen, mit vielen Menschen, die stehen und sitzen, und einer Decke, die mit Lichtern beleuchtet ist, zeigt den Hauptsaal der Berliner Philharmonie.

Was die Staatsoper für die nächste Saison geplant hat - Berliner Staatsoper 2026/27: Barock, Beethoven und internationale Gastspiele

Die Berliner Staatsoper Unter den Linden hat ein ehrgeiziges Programm für die Spielzeit 2026/27 vorgestellt. Sechs Neuproduktionen feiern Premiere, darunter selten aufgeführte Werke von Cavalli, Spontini und Humperdinck. Die Saison markiert zudem Christian Thielemanns drittes Jahr als Generalmusikdirektor.

Die Spielzeit eröffnet im November 2026 im Rahmen der Barocktage mit Francesco Cavallis La Calisto (1651). Es folgen Giacomo Puccinis Manon Lescaut (1893) und Gaspare Spontinis La Vestale (1807) sowie Engelbert Humperdincks Königskinder (1910), dirigiert von Thielemann persönlich. Ein Höhepunkt wird der 200. Todestag Ludwig van Beethovens im Jahr 2027 sein, der mit einer Aufführung seiner Neunten Sinfonie begangen wird.

Thielemann hat zudem den Schauspieler Timothée Chalamet eingeladen, der einer Inszenierung von Tristan beiwohnen wird. Über Berlin hinaus plant das Ensemble internationale Gastspiele, beginnend mit einer Vorstellung in Shanghai, gefolgt von Auftritten in Japan und Taiwan.

Öffentliche Reaktionen auf umstrittene Äußerungen prominenter Persönlichkeiten haben in den vergangenen Jahren wiederholt Opern- und Ballettaufführungen beeinträchtigt. Zwischen 2021 und 2026 wurden etwa acht bis zehn Vorfälle dokumentiert, darunter der Boykott des Moskauer Bolschoi-Theaters 2022 nach Wladimir Putins Aussagen zum Ukraine-Krieg, Proteste an der Londoner Royal Opera House 2023 wegen Plácido Domingos #MeToo-Äußerungen sowie Auseinandersetzungen an der New Yorker Metropolitan Opera 2024 aufgrund von Anna Netrebkos prorussischer Haltung.

Die Spielzeit 2026/27 der Staatsoper verbindet historische Meilensteine mit mutigen künstlerischen Entscheidungen. Von Barock-Wiederentdeckungen bis zu internationalen Tourneen spiegelt das Programm sowohl Tradition als auch globale Ausrichtung wider. Gleichzeitig zeigen aktuelle Kontroversen in der Opernwelt, wie politische und gesellschaftliche Debatten weiterhin kulturelle Institutionen prägen.

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