25 March 2026, 08:10

Blutdruckmedikament Nitrendipin bleibt knapp – Patienten leiden unter Lieferengpässen bis 2026

Plakat, das zeigt, dass Big Pharma 2022 Amerikanern zwei bis drei Mal so viel für dieselben Arzneimittel berechnet hat wie in anderen Ländern, mit Bildern von Medikamentenflaschen und einer Spritze.

Blutdruckmedikament Nitrendipin bleibt knapp – Patienten leiden unter Lieferengpässen bis 2026

Lieferengpässe bei Nitrendipin: Blutdruckpatienten in Deutschland weiter betroffen

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Patienten, die auf Nitrendipin angewiesen sind – ein weit verbreitetes Medikament zur Behandlung von Bluthochdruck –, leiden seit dem vergangenen Sommer unter anhaltenden Versorgungsproblemen. Betroffen sind sowohl die 10-Milligramm- als auch die 20-Milligramm-Dosierungen, sodass Hersteller den Bedarf in ganz Deutschland nicht decken können. Die Behörden haben das Präparat auf der Liste der aktuellen Arzneimittelknappheiten geführt, was bei Betroffenen, die es zur Behandlung von Hypertonie benötigen, Besorgnis auslöst.

Nitrendipin gehört zur Gruppe der Kalziumkanalblocker, die verhindern, dass Kalzium in die glatten Muskelzellen der Blutgefäße eindringt. Dadurch bleiben die Arterien entspannt und der Blutdruck unter Kontrolle. Als Vertreter der Nifedipin-ähnlichen Blockern wird es häufig verschrieben, unterliegt jedoch Einschränkungen: Es darf nicht bei Patienten mit Herzinsuffizienz oder kurz nach einem Herzinfarkt eingesetzt werden.

Die Lieferprobleme begannen Mitte 2023. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erfasste die Knappheit offiziell. Mehrere Hersteller – darunter Aristo – kämpfen mit Produktionsengpässen. Bei der 20-Milligramm-Variante rechnet Aristo mit Verzögerungen bis mindestens Ende 2024.

Eine Entspannung der Lage ist zwar in Sicht, doch nicht kurzfristig: Ratiopharm und Aliud Pharma planen, die Lieferungen der 20-Milligramm-Tabletten bis Ende März 2026 wieder aufzunehmen, der Hersteller AbZ will bis Ende Mai folgen. Bei der 10-Milligramm-Dosis ist frühestens ab Mitte April mit einer vollständigen Verfügbarkeit zu rechnen. Bis dahin könnten Patienten weiterhin Schwierigkeiten haben, ihre Rezepte einzulösen.

Die Engpässe beschränken sich nicht auf Nitrendipin, sondern betreffen auch andere ältere Medikamente. Lieferkettenprobleme haben mehrere Wirkstoffgruppen erfasst, sodass Ärzte und Patienten nach Alternativen suchen müssen.

Angesichts der anhaltenden Knappheit sollten Betroffene mit ihren Ärzten über mögliche Ersatztherapien sprechen, bis sich die Versorgung stabilisiert. Zwar haben die Hersteller Zeitpläne für die Wiederaufnahme der Produktion vorgelegt, doch die Verzögerungen verdeutlichen die anhaltenden Herausforderungen in der pharmazeutischen Lieferkette. Die deutschen Gesundheitsbehörden beobachten die Situation weiterhin und arbeiten an Lösungen, um die Versorgungslücken zu schließen.

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