Daniel Kretinsky verteidigt sein Royal-Mail-Management vor wütenden Abgeordneten
Mila SimonDaniel Kretinsky verteidigt sein Royal-Mail-Management vor wütenden Abgeordneten
Der Milliardär Daniel Kretinsky sah sich im Parlament mit scharfer Kritik wegen der sinkenden Leistung der Royal Mail konfrontiert. Der tschechische Investor, der den Postdienst vor etwas mehr als einem Jahr für 3,6 Milliarden Pfund übernommen hatte, verteidigte in einer hitzigen Anhörung sein Management. Abgeordnete warfen ihm vor, das Gremium in die Irre zu führen, während sich die Verzögerungen bei der Briefzustellung weiter verschärfen.
Kretinsky, der oft als "Tschechische Sphinx" bezeichnet wird, blieb während der Befragung gelassen. Die Parlamentarier kritisierten seine Führung der Royal Mail scharf und verwiesen darauf, dass im vergangenen Jahr allein 220 Millionen Briefe zu spät zugestellt wurden. Einige drohten sogar, ihn in künftigen Anhörungen unter Eid zu stellen.
Der Unternehmer räumte ein, dass der Service "nicht dort ist, wo wir ihn haben wollen", betonte jedoch, dass die Royal Mail vor einzigartigen Herausforderungen stehe. Die Zustellung eines Briefs von Brighton nach Schottland für nur 1,70 Pfund nannte er "teuflisch schwierig". Kretinsky behauptete zudem, keine andere europäische Postgesellschaft arbeite unter derart strengen Zustellvorgaben.
Seit seiner Übernahme im Jahr 2023 ist die pünktliche Briefzustellung drastisch zurückgegangen. Die Zahlen zeigen, dass die Pünktlichkeit von etwa 90 Prozent im Geschäftsjahr 2022/23 auf rund 67 Prozent bis Ende 2025 gesunken ist. Der Rückgang folgt auf Streiks, operative Probleme und anhaltende Prüfungen durch die Regulierungsbehörde Ofcom.
Trotz der Vorwürfe bestritt Kretinsky, dass es ihm bei dem Postgeschäft um Profit gehe. Stattdessen bezeichnete er es als persönliche Herausforderung – eine Darstellung, der die Abgeordneten skeptisch gegenüberstanden.
Die Anhörung endete ohne konkrete Ergebnisse, doch die Spannungen zwischen Kretinsky und den Politikern bleiben hoch. Die Leistung der Royal Mail verschlechtert sich weiter, ohne dass sich kurzfristig Besserung abzeichnet. Weitere parlamentarische Überprüfungen sind nun wahrscheinlich, wobei die Abgeordneten auf strengere Rechenschaftspflicht drängen.






