Deutsche Bahn friert Fernverkehrspreise für ein Jahr ein – doch Kritik bleibt laut
Mila SimonDeutsche Bahn friert Fernverkehrspreise für ein Jahr ein – doch Kritik bleibt laut
Die Deutsche Bahn hat eine einjährige Preisgarantie für Fernverkehrstickets ab dem 1. Mai angekündigt. Die Maßnahme ist Teil der Bemühungen, die Belastung der Fahrgäste während der Energiekrise zu verringern. Die Fahrgastvereinigung Pro Bahn kritisierte den Schritt jedoch als unzureichend.
Vorstandschefin Evelyn Palla bestätigte, dass die Preise für Fernverkehrstickets bis Mai 2025 unverändert bleiben sollen. Mit der Preisgarantie will das Unternehmen Reisende entlasten, die durch hohe Energiekosten mit steigenden Lebenshaltungskosten konfrontiert sind.
Der Ehrenvorsitzende von Pro Bahn, Detlef Neuß, argumentierte, dass die Maßnahme die eigentlichen Probleme nicht löst. Er wies darauf hin, dass die Ticketpreise bereits je nach Strecke, Reisezeit und Auslastung variieren – viele Fahrgäste zahlen daher für dieselbe Verbindung unterschiedliche Beträge. Neuß stellte zudem infrage, ob die Preisgarantie tatsächlich die dynamische Preisgestaltung einschränken werde, die besonders zu Stoßzeiten oft zu höheren Kosten führt.
Neben den Preisen thematisierte Neuß auch die anhaltenden Probleme bei der Zuverlässigkeit des Angebots. Ein bloßer Verzicht auf Preiserhöhungen gleiche die häufigen Verspätungen und Zugausfälle nicht aus, so seine Kritik. Die Fahrgastvereinigung fordert stattdessen eine zeitlich befristete Senkung der Ticketpreise, um die Fahrgäste wirksamer zu entlasten.
Die Preisgarantie tritt am 1. Mai in Kraft und gilt bis zum Frühjahr 2025. Die Deutsche Bahn setzt mit dieser Entscheidung auf Kostensicherheit in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Pro Bahn hingegen drängt weiter auf tiefgreifendere Reformen, darunter niedrigere Preise und eine bessere Servicequalität.






