Die Linke scheitert in Baden-Württemberg – nur 4,4 Prozent bei Landtagswahl 2026
Emil NeumannDie Linke scheitert in Baden-Württemberg – nur 4,4 Prozent bei Landtagswahl 2026
Die Linke erreichte bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März 2026 nur 4,4 Prozent der Stimmen. Damit verfehlt die Partei erstmals den Einzug in den Landtag der Region. Das Ergebnis liegt deutlich unter früheren Umfragen und ihrem Bundestrends von 6,8 Prozent bei der Bundestagswahl 2025.
Die Linke hatte auf ein besseres Abschneiden gehofft – Vorwahlprognosen hatten ihr sechs bis sieben Prozent vorausgesagt. Im Wahlkampf setzte die Partei auf eine wachsende Mitgliederbasis, die sich von 4.400 Ende 2024 auf über 10.000 erhöhte. Dieser Zuwachs ermöglichte eine intensivere Kampagne, darunter auch Hausbesuche.
Trotz der insgesamt enttäuschenden Bilanz schnitt die Partei in Großstädten wie Freiburg, Tübingen, Heidelberg und Karlsruhe überdurchschnittlich ab. Auch bei jungen Wählern fand sie Zuspruch: 13 Prozent der 16- bis 24-Jährigen stimmten für Die Linke.
Im Nachbarland Bayern legte die Partei bei den Kommunalwahlen am 8. März zu. Die Zahl ihrer Wähler stieg von etwa 87.000 auf rund 213.000. Nun ist sie in 66 der 71 bayerischen Kreistage vertreten und stellte mit über 4.000 Kandidaten deutlich mehr Bewerber als in früheren Jahren.
Parteichefin Ines Schwerdtner betonte, Die Linke werde ihren Kurs nicht ändern, und verwies auf Wachstum und Geschlossenheit im Wahlkampf. Allerdings scheitert damit das Vorhaben, ein landesweites Tariftreuegesetz für den öffentlichen Dienst einzuführen. Beobachter raten der Partei, ihr Profil zu schärfen und in ländlichen Regionen präsenter zu werden, um weitere Verluste zu vermeiden.
Mit 4,4 Prozent bleibt Die Linke außerhalb des baden-württembergischen Landtags. Zwar geben die urbanen und jungen Wähler der Partei Hoffnung, doch bleiben strukturelle Herausforderungen. Künftige Erfolge könnten davon abhängen, ob es gelingt, über die Städte hinaus Fuß zu fassen und die politische Position klarer zu definieren.