Digitale Gewalt gegen Jugendliche erreicht alarmierenden Höchststand in Deutschland
Sebastian HoffmannDigitale Gewalt gegen Jugendliche erreicht alarmierenden Höchststand in Deutschland
Digitale sexualisierte Gewalt gegen Minderjährige nimmt in Deutschland stark zu
Eine Studie aus dem Jahr 2025 zeigt, dass fast die Hälfte aller Jugendlichen zwischen 14 und 25 Jahren bereits Online-Missbrauch erlebt hat. Expert:innen warnen, dass das Internet es Täter:innen erleichtert, schutzbedürftige Kinder und Jugendliche gezielt anzugreifen.
Das Problem hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. 2025 gab fast jedes vierte Kind an, Opfer von Cybergrooming geworden zu sein – dabei bauen Täter:innen online Vertrauen auf, um später zu sexueller Belästigung oder Missbrauch überzugehen. Viele Vorfälle geschehen auch in Freundeskreisen oder Klassenchats, was die Aufdeckung erschwert.
Fachleute nennen mehrere Gründe für den Anstieg: Kinder teilen oft Bilder, ohne die Risiken zu erkennen. Täter:innen nutzen ihr Bedürfnis nach Zugehörigkeit aus, während Erwachsene Schwierigkeiten haben, sichere Online-Umgebungen zu schaffen oder zu überwachen.
Ein Pilotprojekt in Thüringen setzte auf Prävention: Yasmina Ramdani leitete Workshops an Schulen und erreichte in drei Jahren rund 5.000 Schüler:innen. Finanziert von der Landesbeauftragten für Kinder- und Jugendschutz, zeigte das Programm, wie frühzeitige Aufklärung Schäden verringern kann. Doch die Nachfrage überstieg die Kapazitäten – viele Lehrkräfte gaben zu, sich überfordert zu fühlen.
Forschende betonen, dass Prävention weit günstiger ist als die Bewältigung der langfristigen Folgen digitaler Gewalt. Eltern werden aufgefordert, ihr eigenes Verhalten zu reflektieren und mit ihren Kindern über Grenzen zu sprechen.
Die Jugendsexualitätsstudie 2025 des Bundesinstituts für öffentliche Gesundheit bestätigt das Ausmaß des Problems. Mit fast der Hälfte betroffener junger Menschen stehen Schulen und Familien unter wachsendem Handlungsdruck. Behörden setzen nun auf Aufklärung und Betreuung als zentrale Maßnahmen, um Minderjährige im Netz zu schützen.






