Erfurt verhandelt mit Ex-Mitarbeiter über sechsstellige Abfindung nach umstrittenen Vorwürfen
Sebastian HoffmannErfurt verhandelt mit Ex-Mitarbeiter über sechsstellige Abfindung nach umstrittenen Vorwürfen
Die Stadt Erfurt und ihr ehemaliger Mitarbeiter Guy Montavon verhandeln über eine außergerichtliche Einigung in einem langwierigen Rechtsstreit. Montavon war vor mehr als zwei Jahren fristlos entlassen worden, nachdem ihm Machtmissbrauch und sexuelles Fehlverhalten vorgeworfen worden waren – Vorwürfe, die nie gerichtlich bewiesen wurden. Nach Schlichtungsgesprächen Mitte März prüfen nun beide Seiten eine finanzielle Regelung.
Montavons Entlassung Anfang 2022 führte zu einer Klage auf Wiedereinsetzung. Die Stadt hielt zunächst an ihrer Entscheidung fest und berief sich auf schwerwiegendes Fehlverhalten. Aktuelle Verhandlungen deuten jedoch auf eine mögliche Beilegung ohne weitere Gerichtsverfahren hin.
Die vorgeschlagene Einigung sieht vor, dass Montavon eine Summe im mittleren sechsstelligen Bereich erhält, die weitgehend ausstehende Lohnzahlungen seit seiner Entlassung abdeckt. Im Gegenzug würde er seine Klage auf Wiedereinstellung fallen lassen. Stadtvertreter sollen verärgert reagiert haben, als Montavon nach einer scheinbar fast erreichten Einigung eine zusätzliche Forderung stellte.
Jeder Vergleich muss zunächst vom Erfurter Stadtrat gebilligt werden, eine Entscheidung wird im Mai erwartet. Aufgrund einer Vertraulichkeitsvereinbarung lehnt die Stadt Stellungnahmen zu den Verhandlungen ab.
Scheitern die Gespräche, wird der Fall im September vor dem Erfurter Arbeitsgericht weiterverhandelt. Eine Einigung könnte den seit über zwei Jahren schwelenden Konflikt beenden. Ob es dazu kommt, hängt davon ab, ob der Stadtrat im Mai den finanziellen Bedingungen zustimmt. Ohne Einigung wird das Verfahren im Herbst fortgesetzt.






