Freiburg setzt als Vorreiter die Istanbul-Konvention gegen häusliche Gewalt vollständig um
Mila SimonFreiburg setzt als Vorreiter die Istanbul-Konvention gegen häusliche Gewalt vollständig um
Freiburg hat seinen Aktionsplan im Rahmen der Istanbul-Konvention zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer und häuslicher Gewalt vollständig umgesetzt. Die Stadt verabschiedete die Strategie im Februar 2025 und legte dabei acht zentrale Maßnahmen fest. Dazu zählen neue Beratungsangebote, Aufklärungskampagnen und ausgeweitete Präventionsprojekte.
Die Initiative erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die nationalen Bemühungen noch lückenhaft sind und viele deutsche Kommunen weiterhin keine nachhaltige Finanzierung für ähnliche Vorhaben aufweisen können.
Der Aktionsplan der Stadt kombiniert kurzfristige und langfristige Schritte. Seit Anfang 2026 steht eine spezialisierte Beratung für Opfer von Stalking und sexualisierter Gewalt zur Verfügung. Zudem startet in diesem Sommer eine stadtweite Kampagne gegen geschlechtsspezifische Gewalt, die in einem Bildungstag am 21. Juli 2026 gipfeln wird.
Im Stadtteil Weingarten wird das Projekt StoP – Stadtteile ohne Partnergewalt ausgebaut. Ehrenamtliche werden künftig von Haus zu Haus gehen, um über Gewalt aufzuklären und Anwohnerinnen und Anwohner über Hilfsangebote zu informieren. Die Initiative ist Teil eines umfassenderen Ansatzes, um lokale Netzwerke zu stärken.
Auch im Bereich Prävention wird nachgelegt: Das Programm Pugs , das Kinder im Vorschulalter über gesunde Beziehungen aufklärt, wird in städtischen Kitas eingeführt. Gleichzeitig werden die Bemühungen intensiviert, Jungen und junge Männer in die Gewaltprävention einzubinden. Ein neues Kompetenzzentrum wird Fachkräfte aus Schulen, Sozialdiensten und der Strafverfolgung schulen.
Die Finanzierung dieser Maßnahmen erfolgt aus dem Stadthaushalt und durch die Mekriba-Stiftung. Im Gegensatz zu vielen zeitlich begrenzten Projekten in anderen Städten setzt Freiburg auf langfristige Wirkung durch dauerhafte Strukturen und kontinuierliche Programme.
Der Acht-Punkte-Plan Freiburgs zählt zu den wenigen lokalen Strategien in Deutschland, die die Istanbul-Konvention vollständig umsetzen. Mit seinem Fokus auf Prävention, Bürgerbeteiligung und nachhaltige Finanzierung hebt sich die Stadt von vielen anderen Regionen ab. Beratungsstellen, Schulungsprogramme und öffentliche Kampagnen sind nun etabliert, um Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt zu bekämpfen.






