Herbert Grönemeyer erhält Nationalpreis für Demokratie-Engagement und kulturellen Einfluss
Amelie HoffmannHerbert Grönemeyer erhält Nationalpreis für Demokratie-Engagement und kulturellen Einfluss
Herbert Grönemeyer erhält in diesem Jahr den Deutschen Nationalpreis für sein lebenslanges Engagement für die Demokratie und seinen prägenden Einfluss auf die deutsche Kultur. Die Auszeichnung würdigt sowohl sein künstlerisches Vermächtnis als auch seinen unmissverständlichen Einsatz für eine offene, freie Gesellschaft. Über Jahrzehnte hinweg hat der Musiker die Popgeschichte des Landes geprägt und gleichzeitig eine klare Haltung gegen rechtsextreme Politik bezogen.
Die Deutsche Nationalstiftung gab die Entscheidung bekannt und betonte Grönemeyers Rolle bei der Förderung von Einheit, Toleranz und internationalem Verständnis. Diese Werte entsprechen dem Stiftungsauftrag, Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.
Grönemeyer hat wiederholt davor gewarnt, dass die deutsche Demokratie ernsthaften Bedrohungen ausgesetzt ist. 2024 unterstützte er öffentlich die Initiative Feuerwall gegen Rechtsextremismus und forderte eine strengere Beobachtung der AfD sowie schärfere Gesetze gegen Hassrede. Im selben Jahr nutzte er seine Reichweite – etwa durch Instagram-Posts und Live-Auftritte –, um für progressive Politik zu werben. Bei einem Konzert in Dortmund bezeichnete er rechtsextreme Widersacher als "rechte Ratten", was sowohl Kritik als auch Beifall auslöste.
Sein Engagement setzte sich 2025 fort, als er an Protesten in Berlin und Köln gegen Extremismus teilnahm. Im März unterzeichnete er gemeinsam mit über 500 Künstler:innen einen offenen Brief, der mehr Förderung für demokratische Bildung und konkrete Maßnahmen gegen Rechtsextremismus forderte. Der Sänger bezeichnete zudem die Flüchtlingsbewegung 2015 als "Glücksfall", der die gesellschaftliche Vielfalt Deutschlands bereichert habe.
Im vergangenen Jahr ging der Preis an die BioNTech-Gründer Özlem Türeci und Uğur Şahin, überreicht von Bundeskanzler Friedrich Merz. Die diesjährige Wahl der Stiftung unterstreicht, welche zentrale Rolle Kulturschaffende wie Grönemeyer in der öffentlichen Debatte einnehmen.
Die Auszeichnung reiht Grönemeyer in die Liste früherer Preisträger:innen ein, die für ihre Verdienste um die deutsche Gesellschaft geehrt wurden. Seine Verbindung aus musikalischem Einfluss und politischem Engagement macht ihn zu einer prägenden Stimme im Kampf für demokratische Werte. Die Preisverleihung findet noch in diesem Jahr statt; nähere Details werden bekannt gegeben.






