Historischer Machtwechsel: Freie Wähler besiegen CSU im Landkreis Miesbach
Sebastian HoffmannHistorischer Machtwechsel: Freie Wähler besiegen CSU im Landkreis Miesbach
Jens Zangenfeind von der Freien Wählergemeinschaft des Landkreises Miesbach (FWG) hat die Stichwahl um das Amt des Landrats im oberbayerischen Miesbach gewonnen. Sein Sieg markiert einen bedeutenden Wandel in der lokalen Politik und beendet die jahrzehntelange Vorherrschaft der CSU in der Region.
Zangenfeind hatte bereits im ersten Wahlgang mit 45,3 Prozent der Stimmen deutlich geführt, während sein Konkurrent Franz Schnitzenbaumer, ehemaliger Bürgermeister von Schliersee und CSU-Kandidat, nur auf 25,6 Prozent kam. In der entscheidenden Stichwahl setzte sich Zangenfeind mit 78 Prozent der Stimmen klar durch, Schnitzenbaumer erhielt lediglich 22 Prozent.
Das Wahlergebnis bricht die Dominanz der CSU in Miesbach, wo die Partei seit Jahren die Geschicke des Landkreises lenkt. Seit 2014 wurde die Region von konservativen Landräten regiert, darunter Wolfgang Rzehak, der 2020 mit 64,2 Prozent der Stimmen wiedergewählt worden war. Auch im Kreistag hielt die CSU nach der Wahl 2020 eine absolute Mehrheit und stellte 35 der 52 Sitze.
Zangenfeinds Erfolg folgt auf die Entscheidung des bisherigen Amtsinhabers Olaf von Löwis, nicht erneut zu kandidieren. Sein Sieg verändert die politische Landschaft in einer Region, in der die CSU selbst bei jüngsten Wahlen über dem Landesdurchschnitt lag und ihre Führungsrolle stets behaupten konnte.
Mit dem Wahlausgang verliert die CSU erstmals seit über einem Jahrzehnt die Führung im Landkreis Miesbach. Zangenfeind übernimmt nun als neuer Landrat und beendet damit die ununterbrochene Herrschaft der konservativen Partei. Seine Amtszeit beginnt in einer Phase laufender Verwaltungsreformen, zu denen auch aktuelle Gebietszusammenschlüsse und sich wandelnde politische Strömungen zählen.






