IFEU-Fahrplan zeigt: So gelingt Deutschlands Energiewende bis 2030
Im Dezember letzten Jahres veröffentlichte das IFEU-Institut Heidelberg einen neuen Fahrplan für die deutsche Energiewende. Das Papier skizziert konkrete Schritte, um das Energiesystem des Landes auf erneuerbare Quellen umzustellen. Experten wie Craig Morris und Martin Pehnt, einer der Mitautoren des Projekts, bezeichnen die Vorschläge als realistisch und umsetzbar.
Im Mittelpunkt der Strategie steht die Speicherung von Überschussstrom aus Wind- und Solarenergie durch Umwandlung in Wärme – ein Ansatz, der sich in Dänemark bereits bewährt hat.
Der Fahrplan setzt vor allem auf Power-to-Heat als Schlüssellösung für die Nutzung von Überschussstrom aus erneuerbaren Energien. Dänemark nutzt diese Methode seit 2011 und hat seither Ölheizungen in Haushalten durch Wärmepumpen ersetzt. Im Februar 2026 verzeichnete Jütland aufgrund kalten Wetters einen Anstieg des Haushaltsstromverbrauchs um 21 Prozent, da die Wärmepumpen mehr Energie benötigten. Netzbetreiber wie N1 und Energinet stemmten die Nachfrage; N1 lieferte an einem einzigen Tag Rekordmengen von 40 Gigawattstunden.
Bis 2020, so die Prognose der Forscher, könnten Elektroautos eine Rolle bei der Stabilisierung der Energienachfrage spielen. Der Plan sieht zudem vor, die Grundlastkapazitäten – etwa aus Kernkraft – zu reduzieren und gleichzeitig den Ausbau von Windkraftanlagen an Land voranzutreiben. Effizienzsteigerungen, Bürgerbeteiligung und die Förderung einer Energiedemokratie zählen zu den weiteren zentralen Empfehlungen.
Langfristig schlägt der Fahrplan vor, die Pumpspeicherkapazitäten in Deutschland auszubauen. Zudem soll eine Anbindung an bestehende Speicher in den Alpen und Skandinavien die Schwankungen bei der erneuerbaren Energieerzeugung ausgleichen.
Der Plan kombiniert Speicherlösungen, Netzausbau und Verhaltensänderungen, um den Umstieg auf erneuerbare Energien in Deutschland zu stabilisieren. Die Erfahrungen Dänemarks mit Power-to-Heat zeigen, dass solche Maßnahmen in der Praxis funktionieren. Werden die Vorschläge umgesetzt, könnte dies die Abhängigkeit von unflexiblen Energiequellen verringern und gleichzeitig die Effizienz des Systems steigern.