26 April 2026, 00:19

Kreuzberger Protest gegen rechtsextremes Portal Nius: Wie Aktivist:innen zurückschlagen

Schwarzes und weißes Bild einer Menge, die zwischen Gebäuden die Straße entlang geht, mit Text oben und unten: "Die Unionistendemonstration, wie sie vom Western Mail Office aus zu sehen ist."

Kreuzberger Protest gegen rechtsextremes Portal Nius: Wie Aktivist:innen zurückschlagen

Informationsveranstaltung gegen das rechtsextreme Portal "Nius" in Berlin-Kreuzberg

Am Wochenende fand im Dragonerareal in Berlin-Kreuzberg eine Informationsveranstaltung statt, die sich gegen Nius richtete – eine als rechtsextrem eingestufte Propaganda-Plattform. Antifaschistische Aktivist:innen kamen zusammen, um Strategien gegen das Medium zu diskutieren, das von Kritiker:innen als "digitale Pranger" bezeichnet wird, das rassistische Klischees verbreitet und gezielt marginalisierte Gruppen angreift. Trotz Befürchtungen, die Veranstaltung könnte gestört werden, war der Andrang groß: Rund 250 Menschen nahmen teil.

Hinter Nius steht der Multimillionär Frank Gotthardt, der enge Verbindungen zur CDU-Spitze unterhält. Das Portal sieht sich zunehmend mit Vorwürfen konfrontiert, rechtsextreme Diskurse zu verstärken. Unter der Leitung von Chefredakteur Julian Reichelt verschiebt Nius gezielt die öffentliche Debatte nach rechts und hetzt gegen Geflüchtete, Klimaaktivist:innen, NGOs sowie die demokratische Zivilgesellschaft. Auf der Veranstaltung warfen Redner:innen dem Medium vor, als "Schmutzkübel" zu fungieren, der auf Stereotype und gezielte Verleumdungskampagnen setzt.

Die Plattform hatte die Veranstaltung zuvor aggressiv beworben, gleichzeitig aber auch gegen sie mobilisiert – die Initiative "Nein zu Nius" wurde als "linksextrem" und "steuerfinanziert" diffamiert. Die Organisator:innen hatten mit Provokationen gerechnet, etwa durch Mitarbeiter:innen oder Unterstützer:innen von Nius, die die Veranstaltung stören könnten. Dennoch verlief sie ohne Zwischenfälle.

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Teilnehmer:innen berichteten von eigenen Erfahrungen als Ziele des Portals, darunter Guido Arnold, Mitglied des technikkritischen Kollektivs çapulcu. Nius hatte eine hetzerische Kampagne gegen ihn gestartet, sein Foto veröffentlicht und sogar sein Wohnhaus observiert. Im Mittelpunkt der Diskussionen standen Gegenstrategien wie Widerstand, Solidarität und Mobilisierung gegen Nius und ähnliche rechtsextreme Medien.

Trotz seiner aggressiven Methoden bleibt Nius in der deutschen Medienlandschaft ein Nischenplayer. Die Plattform zählt nicht zu den 100 meistbesuchten Online-Medien des Landes und verbuchte 2023 einen Verlust von 13 Millionen Euro.

Die Veranstaltung endete mit Appellen, den Widerstand gegen rechtsextreme Medieneinflussnahme fortzusetzen. Die Organisator:innen betonten die Notwendigkeit breiterer Solidarität, um Plattformen wie Nius entgegenzutreten, die von Polarisierung und gezielten Angriffen profitieren. Zwar kämpft Nius mit finanziellen Verlusten und geringer Reichweite – doch sein Einfluss auf die öffentliche Debatte bleibt für Aktivist:innen und demokratische Gruppen ein Grund zur Sorge.

Quelle