25 March 2026, 06:09

Lieferkettengesetz zwingt Unternehmen zu teuren SAP-Upgrades ab 2024

Altes deutsches Aktienzertifikat mit weißem Hintergrund, das Text und Stempel enthält, die darauf hinweisen, dass es eine Verpflichtung ist.

Lieferkettengesetz zwingt Unternehmen zu teuren SAP-Upgrades ab 2024

Deutsche Unternehmen sehen sich durch das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) strengeren Vorschriften ausgesetzt, das im Januar 2023 in Kraft trat. Das Gesetz richtet sich zunächst an Firmen mit mehr als 3.000 Beschäftigten, doch ab dem kommenden Jahr wird es auf Unternehmen mit mindestens 1.000 Mitarbeitenden ausgeweitet. Viele dieser Betriebe setzen auf SAP-Software – doch die Einhaltung der neuen Regelungen erfordert nun zusätzliche kostenpflichtige Lösungen des Konzerns.

Das LkSG verlangt von Unternehmen, Risikomanagementsysteme einzurichten und regelmäßige Risikobewertungen durchzuführen. Zudem müssen sie Maßnahmen ergreifen, um Verstöße zu verhindern und zu ahnden – was ihren Compliance-Aufwand weiter erhöht.

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Bisher stellte SAP seinen Kunden kostenlose Tools wie SAP Information Lifecycle Management (ILM) zur Verfügung, um die Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) zu erfüllen. Für die Einhaltung des LkSG verweist der Softwarehersteller nun jedoch auf Lösungen wie Ariba Risk Management – die jedoch separate Lizenzen erfordern und zusätzliche Kosten für Implementierung und Wartung verursachen.

Als zentrales Instrument zur Verwaltung von Lieferantendaten empfiehlt SAP zwar Ariba Supplier Lifecycle and Performance, betont aber, dass dessen Nutzung freiwillig sei. Thomas Henzler, Vorstandsmitglied der deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG), wirft dem Unternehmen jedoch vor, dass Firmen de facto gezwungen seien, mehr zu zahlen, um gesetzliche Pflichten zu erfüllen. SAP entgegnet, die Kritik nicht nachvollziehen zu können, und argumentiert, dass bestehende Ariba-Kunden die erforderlichen Funktionen ohne Zusatzkosten nutzen könnten.

Da SAP-Software vor allem in international tätigen Unternehmen weit verbreitet ist, müssen diese sich mit unterschiedlichen globalen Regularien auseinandersetzen. Zwar ist unklar, wie viele Betriebe in Deutschland genau betroffen sind – die Ausweitung des Gesetzes 2024 wird jedoch Tausende weitere Unternehmen in den Geltungsbereich einbeziehen.

Ab 2024 gilt das LkSG für alle deutschen Unternehmen mit 1.000 oder mehr Beschäftigten. Wer SAP-Systeme nutzt, könnte in neue Lösungen investieren müssen, um die Vorgaben einzuhalten. Der Wechsel von kostenlosen zu kostenpflichtigen Tools markiert einen Einschnitt darin, wie Unternehmen ihre Lieferkettenverpflichtungen nach dem Gesetz bewältigen werden.

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