16 March 2026, 12:18

Machtkampf im Autohandwerk: Warum ZDK und ZVK sich unversöhnlich gegenüberstehen

Ein altes deutsches Aktienzertifikat mit blauer Umrandung, das den Text 'Schweiz Wagons-Fabrik A.G.' trägt

Machtkampf im Autohandwerk: Warum ZDK und ZVK sich unversöhnlich gegenüberstehen

Der seit langem schwelende Konflikt zwischen dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) und dem Zentralverband der Kfz-Handwerke (ZVK) hat eine kritische Phase erreicht. Im Mittelpunkt des Streits stehen Fragen der Führung, der Mitgliedsbeiträge und die künftige Struktur der deutschen Automobilhandwerksverbände. Mit jüngsten Reformen will der ZDK zwar klarere Regeln durchsetzen – doch die Spannungen bleiben hoch.

Im Januar 2024 führte der ZDK weitreichende Satzungsänderungen ein, um mehr Transparenz zu schaffen und die Arbeit stärker an den Branchenanforderungen auszurichten. Eine zentrale Neuerung beendete die Praxis der personellen Verflechtung in den Gremien und schrieb eine strikte Trennung der beiden Verbände vor. Der Schritt erfolgte vor dem Hintergrund zunehmender Reibereien zwischen ZDK und ZVK, die sich vor allem um Kontrolle und Finanzierung drehten.

Der ZVK verschärfte den Konflikt im Oktober 2025, indem er 95 Prozent der Mitgliedsbeiträge des ZDK forderte. Der ZDK verurteilte dies als gezielten Versuch, seine Finanzen zu destabilisieren und eine Spaltung zu erzwingen. Verbandsvertreter sprachen von einer "künstlich herbeigeführten Krise", die das Bündnis sprengen solle.

Um dem Druck zu begegnen, hat der ZDK direkte Anlaufstellen für Werkstätten in seiner Bonner Zentrale eingerichtet. Dadurch soll verhindert werden, dass lokale Innungen aufgrund des Streits abwandern. Zudem plant die Organisation, in den betroffenen Regionen stärker präsent zu sein und über die Gründe sowie mögliche Folgen eines Austritts aufzuklären.

Trotz der Spannungen betont der ZDK, dass eine Rückkehr zur Zusammenarbeit möglich sei – vorausgesetzt, der ZVK akzeptiere die neuen Strukturen und erkenne die Autorität der Bonner Zentrale an. Personalentscheidungen werden künftig kollektiv durch die Mitgliederversammlung getroffen, nicht einseitig. Gleichzeitig hat der Rechtsstreit um die Gebühren für Fahrzeuguntersuchungen an Fahrt verloren, was zumindest einen Streitpunkt entschärft.

Die Reformen des ZDK markieren einen Kurswechsel hin zu strengerer Führung und größerer finanzieller Unabhängigkeit. Werkstätten haben nun klarere Wege, um sich direkt an die Bonner Zentrale zu wenden und lokale Konflikte zu umgehen. Die nächsten Schritte hängen davon ab, ob der ZVK sich dem neuen Rahmen anpasst oder die Konfrontation weiter vorantreibt.

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