14 March 2026, 02:08

Machtkampf in Stuttgart: CDU und Grüne ringen nach Wahl-Patt um Ministerpräsidentenamt

Eine Deutschlandkarte mit Bundesländern in rot und blau, die die Ergebnisse der Wahl 2016 zeigt, mit Text, der Kandidaten und das Wahldatum beschreibt.

Machtkampf in Stuttgart: CDU und Grüne ringen nach Wahl-Patt um Ministerpräsidentenamt

Die Landtagswahl in Baden-Württemberg endete mit einem Patt: Sowohl CDU als auch die Grünen errangen jeweils 56 Sitze. Das Ergebnis löste intensive Verhandlungen aus, da die CDU trotz eines knappen Rückstands bei den Wählerstimmen auf mehr Einfluss pochte. Manuel Hagel, der kommissarische CDU-Vorsitzende, gab zwar am Wahlabend die Niederlage zu, lehnte einen Rücktritt jedoch ab – und ebnete damit den Weg für einen erbitterten Machtkampf.

Bei der Wahl 2026 erhöhte sich die Zahl der Landtagsmandate auf 157, leicht mehr als noch 2021. Die Grünen erreichten ebenso wie die CDU 56 Sitze – davon 13 Direktmandate und 43 über die Landeslisten –, während die CDU alle ihre 56 Sitze direkt gewann. Obwohl die Grünen fast 30.000 Stimmen mehr erhielten, berief sich die CDU auf ihre höhere Zahl an Direktmandaten, um ihren Anspruch auf das Amt des Ministerpräsidenten zu untermauern.

Die CDU-Führung, unter internem Druck, räumte ein, dass die Stimmung angespannt sei. Ein Funktionär brachte es auf den Punkt: "Alle klettern an die Decke." Hagel bot zunächst seinen Rücktritt an, doch die Partei lehnte dies einstimmig ab und behielt ihn als kommissarischen Vorsitzenden, um ihre Verhandlungsposition zu stärken. Zu ihrer Strategie gehörte der Vorschlag einer rotierenden Ministerpräsidentenschaft: Hagel sollte das Amt zweieinhalb Jahre innehaben, bevor es an Cem Özdemir von den Grünen übergehen solle.

Özdemir wies den Plan umgehend als "Unsinn" zurück und lehnte weitere Diskussionen ab. Unterdessen forderte die CDU weiterhin mehr Ressorts im Kabinett und nutzte ihre knappe Niederlage, um die Oberhand zu gewinnen. Die Entscheidung der Fraktion, Hagel im Amt zu halten, signalisierte eine unverhandelbare Haltung gegen Özdemirs Kandidatur – und verlängerte so die Pattsituation nach der Wahl.

Das Kopf-an-Kopf-Rennen hat Baden-Württemberg in unbekanntes Territorium geführt: Es gibt keine klare Vorgabe, wie ein solches Unentschieden aufgelöst werden kann. Beide Parteien bleiben in zähen Gesprächen verstrickt, jede besteht auf ihrem Führungsanspruch. Das Ergebnis wird nicht nur über die Ministerpräsidentenfrage entscheiden, sondern auch über die Machtverteilung im künftigen Kabinett.

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