Medikamenten-Preisbremse bleibt: Bundesregierung verlängert Rabatte bis 2026
Amelie HoffmannMedikamenten-Preisbremse bleibt: Bundesregierung verlängert Rabatte bis 2026
Die deutsche Bundesregierung hat die Preisdeckelung und die Herstellerrabatte für verschreibungspflichtige Medikamente bis 2026 verlängert. Mit dieser Entscheidung sollen die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) begrenzt und starke Beitragserhöhungen für Patientinnen und Patienten verhindert werden. Die Maßnahme knüpft an frühere Regelungen an, durch die das System im vergangenen Jahr Milliarden einsparen konnte.
Seit 2023 unterlagen Pharmaunternehmen in Deutschland einem Höchstrabatt von acht Prozent auf verschreibungspflichtige Arzneimittel. Doch im Januar 2024 verschärfte das Arzneimittelpreisregelungsgesetz (AMPreisRG) die Preiskontrollen weiter. Neben der Preisdeckelung wurden verpflichtende Rabatte durchgesetzt, um die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen zu senken.
Die Maßnahmen zeigten Wirkung: Allein 2024 sparten die kombinierten Effekte aus Preisstopp und Rabatten der GKV rund 2,19 Milliarden Euro ein. Ohne diese Regelungen, so die Warnung der Regierung, würde die Aufhebung der Deckelung die Zusatzbeiträge bis 2026 um bis zu 2,9 Prozentpunkte steigen lassen.
Um die Bedenken der Branche auszugleichen, gibt es seit Juli 2018 einen Inflationsausgleichsmechanismus. Dieser soll die Pharmahersteller 2026 voraussichtlich um etwa 79 Millionen Euro entlasten. Unternehmen in finanziellen Schwierigkeiten können zudem Befreiungen von den gesetzlichen Rabattpflichten beantragen, wenn die Vorgaben ihre Existenz bedrohen.
Für besonders wichtige Medikamente gelten Sonderregelungen: Das ALVVG-Gesetz erlaubt eine Preiserhöhung von bis zu 50 Prozent bei Kinderarzneimitteln und versorgungsrelevanten Therapien. Gleichzeitig können die Preise für neuere Wirkstoffe nach §130a Absatz 3a des Sozialgesetzbuchs weiterhin individuell mit dem GKV-Spitzenverband verhandelt werden.
Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) betont, dass die Verlängerung dieser Maßnahmen notwendig sei, um die Beitragssätze 2026 zu stabilisieren. Ohne weitere Entlastungen müssten Versicherte und Patientinnen höhere Kosten tragen. Gleichzeitig werde das System die finanzielle Belastung der Hersteller weiter beobachten – ohne dabei die Ausgabenkontrolle zu lockern.






