14 March 2026, 08:09

Mehr Frauen im Landtag: Wie die Wahlreform in Baden-Württemberg wirkt

Ein Balkendiagramm, das den Frauenanteil in den nationalen Parlamenten im Jahr 2011 zeigt, wobei jeder Balken ein anderes Land darstellt.

So viele Frauen sitzen im neuen Landtag im Südwesten - Mehr Frauen im Landtag: Wie die Wahlreform in Baden-Württemberg wirkt

Landtagswahl in Baden-Württemberg: Reform bringt mehr Frauen ins Parlament

Die Landtagswahl in Baden-Württemberg am 8. März 2026 brachte eine Verschiebung der politischen Kräfteverhältnisse. Ein neues Wahlrecht sollte die Beteiligung von Frauen erhöhen, indem es den Landesverbänden der Parteien mehr Einfluss auf die Aufstellung der Kandidaten gab. Die Reform folgte auf Jahre, in denen das Land den niedrigsten Frauenanteil aller deutschen Landesparlamente aufwies.

Vor 2021 dominierten vor allem lokale Gliederungen die Kandidatennominierung – oft zum Vorteil langjähriger männlicher Politiker. Die überarbeiteten Regeln verpflichteten die Parteien, in den ersten zehn Listenplätzen eine geschlechtliche Ausgewogenheit herzustellen. Daraufhin besetzten Bündnis 90/Die Grünen, die CDU und die SPD jeweils die Hälfte dieser Positionen mit Frauen.

Die Grünen holten die meisten Stimmen und gewannen 30,2 Prozent der Zweitstimmen. Die CDU folgte knapp mit 29,7 Prozent. Nach der Wahl lag der Frauenanteil im neuen Landtag bei 33,8 Prozent – ein Zuwachs gegenüber der vorherigen Legislaturperiode.

Ziel der Reform war es, die traditionell geringe Repräsentation von Frauen in Baden-Württemberg zu überwinden. Durch die Verlagerung der Entscheidungsmacht auf die Landesebene sollten lokale Strukturen aufgebrochen werden, die Frauen jahrelang benachteiligt hatten.

Die Wahlergebnisse zeigen einen moderaten Anstieg weiblicher Abgeordneter, die nun mehr als ein Drittel des Landtags stellen. Die Grünen gingen als stärkste Kraft hervor, während die CDU eine starke Konkurrenz blieb. Die neuen Regeln zur Kandidatenaufstellung scheinen messbare Auswirkungen auf die Geschlechterbalance gehabt zu haben.

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