Merz' Kohle-Kurs gefährdet Deutschlands Energiewende und Arbeitsplätze in der Lausitz
Mila SimonMerz' Kohle-Kurs gefährdet Deutschlands Energiewende und Arbeitsplätze in der Lausitz
Deutschlands Kohleausstieg droht Verzögerung – Merz plädiert für längeren Betrieb von Kraftwerken
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat angedeutet, bestehende Kohlekraftwerke länger am Netz zu lassen – eine Aussage, die den geplanten Kohleausstieg in Deutschland gefährden könnte. Seine Äußerungen fallen in eine Phase des Umbruchs in der Lausitz, wo der Strukturwandel vom Braunkohleabbau hin zu erneuerbaren Energien bereits Tausende Arbeitsplätze gekostet hat. Gleichzeitig entstehen durch Investitionen in Windkraft, Solarenergie und Batterieproduktion neue Perspektiven.
In den vergangenen fünf Jahren gingen in der Lausitz rund 20.000 Jobs in der Braunkohleförderung und -verstromung verloren. Die Stilllegung von Kraftwerken wie Jänschwalde und Boxberg führte in einigen Regionen zu Arbeitslosenquoten von 15 bis 20 Prozent. Trotz der wirtschaftlichen Belastungen haben Investitionen in erneuerbare Energien, Batteriefabriken – etwa das Werk des schwedischen Unternehmens Northvolt – und Wasserstoffprojekte bis 2026 etwa 10.000 neue Arbeitsplätze geschaffen.
Der Energiekonzern LEAG treibt den Ausbau von Wind- und Solarprojekten in der Lausitz voran, um die Energiewende zu beschleunigen. Die Bundesregierung hat zudem im Rahmen des Kohleausstiegsabkommens zugesagt, LEAG rund 1,75 Milliarden Euro als Ausgleichszahlung zu leisten.
Merz argumentierte, dass Kohlekraftwerke über die geplanten Abschalttermine hinaus betrieben werden müssten, um Stromengpässe zu vermeiden. Seine Forderung könnte die Abhängigkeit Deutschlands von der Kohle verlängern und steht im Widerspruch zum bisherigen Fahrplan für den Ausstieg. Die Grünen reagierten mit einem Appell an Brandenburgs Ministerpräsidenten Dietmar Woidke (SPD), mögliche Verzögerungen abzulehnen. Sie betonten, wie wichtig Planungssicherheit für die Beschäftigten und die laufenden Investitionen in die erneuerbare Infrastruktur seien.
Merz' Vorstoß, den Kohleausstieg zu verschieben, könnte die deutschen Energiepläne grundlegend verändern. Während die Lausitz ihren Wandel hin zu erneuerbaren Energien fortsetzt, bleibt die Zukunft der Arbeitsplätze und weiterer Investitionen ungewiss. Die vereinbarten Bundesmittel für LEAG und die neuen grünen Energieprojekte sind bereits auf dem Weg.






