19 April 2026, 18:10

Metall- und Elektroindustrie in Bayern verliert massiv Azubis – warum die Krise tief sitzt

Altes Buch mit einer detaillierten Karte von Bayern auf dem Cover vor einem schwarzen Hintergrund.

Metall- und Elektroindustrie in Bayern verliert massiv Azubis – warum die Krise tief sitzt

Lehrlingszahlen in Bayerns Metall- und Elektroindustrie brachen im vergangenen Jahr stark ein. Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge ging um fast 11 Prozent zurück – auf knapp 14.000. Der Rückgang fällt damit deutlich stärker aus als in anderen Branchen der Region.

Die Metall- und Elektroindustrie, zu der große Unternehmen wie Siemens, BMW und Audi gehören, verzeichnete einen stärkeren Einbruch als der bayerische Ausbildungsmarkt insgesamt. Während die Wirtschaft im Freistaat einen Rückgang um 1,1 Prozent auf rund 85.000 Verträge hinnehmen musste, blieb das Handwerk vergleichsweise stabil.

Die Arbeitgeberverbände Bayme und vbm machten vor allem die konjunkturelle Schwäche und demografische Veränderungen für den Rückgang verantwortlich. Fast die Hälfte der befragten Unternehmen (48,1 Prozent) erhielt zu wenige Bewerbungen, bei 49,4 Prozent fehlten den Bewerbern die nötigen Qualifikationen. Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer von Bayme und vbm, wies Vorwürfe zurück, Unternehmen würden sich bei der Ausbildung zurückhalten.

Brossardt kritisierte zudem die hohen betrieblichen Kosten in Deutschland und forderte die Bundesregierung auf, geplante Reformen schneller umzusetzen. Die Verbände rechnen für das laufende Jahr mit einem weiteren Rückgang der Ausbildungsplätze um acht Prozent.

Die Branche kämpft weiterhin mit der Gewinnung von Nachwuchskräften. Angesichts sinkender Bewerberzahlen und anhaltender Qualifikationslücken erwartet die Metall- und Elektroindustrie weitere Rückgänge. Wirtschaftliche und demografische Faktoren prägen weiterhin die Perspektiven für die duale Ausbildung in Bayern.

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