27 April 2026, 10:11

Minijobs werden zur Falle: Immer weniger schaffen den Sprung in Vollzeitstellen

Eine Liniendiagramm, das die Beschäftigungsquote in den Vereinigten Staaten zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Minijobs werden zur Falle: Immer weniger schaffen den Sprung in Vollzeitstellen

Immer weniger Beschäftigte in Deutschland schaffen den Übergang von Minijobs in sozialversicherungspflichtige Vollzeitstellen. Seit 2017 ist dieser Wechsel deutlich zurückgegangen – aktuelle Zahlen zeigen einen Rückgang um fast 50 Prozent bei erfolgreichen Übergängen. Nun streiten Politiker über die Gründe für diesen Trend.

2017 gelang es noch 102.084 Menschen in geringfügiger Beschäftigung, eine Stelle mit Sozialabgaben zu finden. Bis September 2022 sank diese Zahl auf nur noch 50.831, mit einer geschätzten Jahresgesamtzahl von 67.775. Noch drastischer fiel der Rückgang bei Vollzeitstellen aus: Hier gingen die Übergänge von 33.953 Fällen im Jahr 2017 auf voraussichtlich 21.753 im vergangenen Jahr zurück.

Auch der Anteil der Minijob-Beschäftigten, die Leistungen vom Jobcenter bezogen und in reguläre Arbeit wechselten, verringerte sich. 2017 schafften dies noch 27,1 Prozent, 2022 waren es nur noch 18,6 Prozent.

Die veröffentlichten Zahlen lösten umgehend Kritik aus. Hülya Düber, CSU-Abgeordnete, machte fehlende Anreize im System verantwortlich und betonte, für zu viele Menschen "lohne sich Arbeit einfach nicht". Jan Feser von der AfD ging noch weiter und warf der Bundesagentur für Arbeit vor, sie "verwalte Arbeitslosigkeit, statt sie zu beenden". Minijobs seien für viele zur langfristigen Falle statt zur Sprungbrett in sichere Beschäftigung geworden, so Feser.

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Die Bundesagentur wies die Vorwürfe zurück. Vertreter verwiesen auf die allgemeine wirtschaftliche Lage und nannten einen geschwächten Arbeitsmarkt als Hauptgrund für den Rückgang.

Die Daten zeigen einen klaren Abwärtstrend bei Beschäftigten, die Minijobs zugunsten stabiler Arbeitsverhältnisse verlassen. Angesichts sinkender Übergangsquoten und geringerer Erfolgsraten dürfte die Debatte über Anreizsysteme und Arbeitsmarktpolitik anhalten. Gleichzeitig unterstreichen die Zahlen die wachsende Kluft zwischen prekärer und gesicherter Beschäftigung in Deutschland.

Quelle