22 March 2026, 20:16

Newroz in Berlin: Wie ein uraltes Fest zum Widerstand wird

Eine belebte Stadtstraße in Berlin am Neujahrstag, voller Menschen, Fahrzeuge und festlichen Dekorationen, mit Feuerwerk, das den Nachthimmel über den Gebäuden erhellt.

Newroz in Berlin: Wie ein uraltes Fest zum Widerstand wird

Newroz-Fest im Humboldt Forum: Berlins Feier zum persischen Neujahrsfest

Das Berliner Humboldt Forum begeht an diesem Samstag Newroz mit einem ganztägigen Fest. Die Veranstaltung, Teil des Jahresprogramms "Beziehungen: Familie", verbindet Musik, Diskussionen und Mitmachaktionen. Sieben lokale Vereine haben sich zusammengeschlossen, um ein Festival zu gestalten, das die tiefen kulturellen Wurzeln des Feiertags widerspiegelt.

Auch das Haus der Kulturen der Welt veranstaltet erstmals ein Newroz-Programm, kuratiert von Ava Irandoost. Beide Häuser möchten die Bedeutung des Festes hervorheben – und zugleich auf seine belastete Geschichte in Regionen aufmerksam machen, in denen es bis heute verboten ist.

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Newroz, ein Fest mit über 3.000 Jahren Tradition, ist in mehr als zwölf Ländern offiziell anerkannt – von Iran und Afghanistan bis hin zur Türkei und Albanien. Doch in Ländern wie Iran und Afghanistan wird es seit Langem unterdrückt: zunächst unter islamischer Herrschaft als Angriff auf zoroastrische Bräuche, später als Teil politischer Kampagnen zur Auslöschung persischer Identität. Trotz aller Repression feiern Gemeinschaften das Fest weiter – oft als Akt des Widerstands.

Im Humboldt Forum beginnt der Tag mit klassischer Musik, bevor kurdischer Rock für ein breites Publikum folgt. Besucher können Drachen basteln, Eier bemalen und traditionelle Tänze ausprobieren. Eine Podiumsdiskussion unter dem Titel "Nowruz zwischen Schmerz und Hoffnung: iranische und afghanische Perspektiven" beleuchtet, wie Menschen das Fest unter Repression erleben.

Das Haus der Kulturen der Welt hingegen widmet sein Programm der persischen Kultur und weiblichen Künstlerinnen. Kuratorin Ava Irandoost sieht in Newroz vor allem Widerstand – besonders im Iran, wo das Regime die Unterdrückung in diesem Jahr noch verschärft hat. Beide Häuser betonen, dass das Fest für viele eine kulturelle Überlebensstrategie in politisch restriktiven Umfeldern darstellt.

Die Berliner Feiern bieten einen seltenen öffentlichen Raum für Newroz-Traditionen, die viele in ihrer Heimat nicht frei ausleben können. Durch die Verbindung von Musik, Diskussionen und partizipativen Formaten lenken das Humboldt Forum und das Haus der Kulturen der Welt die Aufmerksamkeit auf ein Fest, das trotz jahrzehntelanger Unterdrückung fortbesteht. Die Zusammenarbeit mit lokalen Vereinen sorgt dafür, dass das Programm die Vielfalt der Gemeinschaften abbildet, die Newroz am Leben halten.

Quelle