Niedersachsens Innenministerin fordert vor Hannover-Derby mehr Fanverantwortung gegen Gewalt
Sebastian HoffmannInnenminister: Ultras haben ein Problem in den eigenen Reihen - Niedersachsens Innenministerin fordert vor Hannover-Derby mehr Fanverantwortung gegen Gewalt
Vor dem Derby zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig hat Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens strengere Sicherheitsvorkehrungen gefordert. Die für Freitag um 18:30 Uhr in Hannover anstehende Partie steht im Fokus, da Befürchtungen über Fanausschreitungen bestehen. Behrens betont, dass Gewalt in der Fußballkultur keinen Platz habe und von den Anhängern selbst bekämpft werden müsse.
Die Ministerin kritisiert den hohen Polizeieinsatz bei Risikospielen als auf Dauer nicht tragbar. Bis zu 2.000 Beamte für ein einziges Spiel einzusetzen, stehe in krassem Gegensatz zu den Sicherheitsmaßnahmen bei anderen Großveranstaltungen wie Festivals oder nicht-fußballbezogenen Wettkämpfen.
Behrens fordert die Ultra-Gruppen direkt auf, gewaltbereite Personen in den eigenen Reihen zu stellen. Sollten die Fans nicht handeln, droht sie mit schärferen Kontrollen durch Politik und Fußballverbände. Zwar setzt sie sich für eine möglichst geringe Polizeipräsenz in den Stadien während der Spiele ein, konkrete neue Maßnahmen für dieses Derby hat sie jedoch nicht genannt.
Ihre Haltung macht sie bei manchen Anhängern unbeliebt, die in ihr eher eine Gegnerin als eine Verbündete sehen. Dennoch bleibt sie entschlossen und verlangt von den Fangruppen einen Mentalitätswandel, um die Sicherheit zu verbessern.
Das Derby wird unter verschärfter Beobachtung stattfinden, wobei Behrens die Fans zur Zusammenarbeit auffordert, um Gewalt zu verhindern. Scheitert die Selbstregulierung, könnten weitere politische oder organisatorische Schritte folgen. Der Sicherheitsansatz bei diesem Spiel könnte eine Vorlage für künftige Risikopartien in der Region sein.