Parkuhr-Skandal in Kempten: 1,9 Millionen Euro über Jahre gestohlen und gewaschen
Emil NeumannParkuhr-Skandal in Kempten: 1,9 Millionen Euro über Jahre gestohlen und gewaschen
In Kempten hat ein Prozess um den Diebstahl von fast 1,9 Millionen Euro aus städtischen Parkuhren begonnen. Ein 40-jähriger städtischer Mitarbeiter und seine 38-jährige Ehefrau stehen unter dem Verdacht, das Geld über mehr als ein Jahrzehnt systematisch gestohlen und gewaschen zu haben. Beide befinden sich seit ihrer Festnahme in Untersuchungshaft.
Das kriminelle System flog im November 2025 auf, als eine Bank ungewöhnliche Transaktionen auf den Konten des Paares meldete. Die Ermittler stellten fest, dass der Mann, der für die Wartung der Parkuhren zuständig war, diese jahrelang geleert und das Bargeld behalten hatte. Seine Frau soll ihm geholfen haben, das Geld durch Einzahlungen auf verschiedene Konten oder den Umtausch in Geschenkgutscheine zu waschen.
Das Paar konnte über zehn Jahre lang unentdeckt bleiben, indem es die illegalen Einnahmen als legitimes Einkommen tarnte. Nach der Verhaftung ließ die Stadt alle Schlösser der Parkuhren austauschen und vergab die Wartung an externe Dienstleister, um weitere Diebstähle zu verhindern. Die Staatsanwaltschaft fordert nun die vollständige Einziehung der gestohlenen Gelder.
Das Verfahren läuft noch. Im Mittelpunkt des Falls steht die Veruntreuung öffentlicher Gelder und die Versuche des Paares, die Straftaten zu vertuschen. Bei einer Verurteilung drohen ihnen harte Strafen, darunter der Verlust des gesamten illegal erworbenen Vermögens. Die Stadt hat bereits Maßnahmen ergriffen, um ihre Parkgebührensysteme abzusichern.






