17 March 2026, 02:09

Pharmazeutische Dienstleistungen boomen – doch die Finanzierung droht zu scheitern

Apothekeneingang mit einem "Apotheke"-Schild auf der linken Seite, einer Tafel mit Text auf der rechten Seite, beleuchteten Lampen auf dem Dach und Hintergrundobjekten.

Pharmazeutische Dienstleistungen boomen – doch die Finanzierung droht zu scheitern

Pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) in Deutschland verzeichnen starken Anstieg – doch die Finanzierung bleibt prekär

Seit der Einführung vor 2020 hat das deutsche Programm für vergütete pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) einen deutlichen Nachfrageschub erlebt. Die Inanspruchnahme stieg von etwa 10 Millionen Leistungen im Jahr 2018 auf über 50 Millionen im Jahr 2023. Dennoch bleibt ein 537-Millionen-Euro-Fonds für diese Dienstleistungen weitgehend ungenutzt – was Fragen zur langfristigen Finanzierbarkeit aufwirft.

Mehrere Faktoren treiben den Boom voran Die starke Zunahme der pDL-Leistungen hat verschiedene Ursachen. Die COVID-19-Pandemie führte zu einer höheren Nachfrage nach Beratung zu Tests und Impfungen. Digitale Tools wie Apps und Online-Terminbuchungen erleichterten den Zugang. Auch rechtliche Weichenstellungen, etwa das Apothekenstärkungsgesetz von 2023, spielten eine Rolle. Zudem trieben der Anstieg chronischer Erkrankungen und der Ärztemangel mehr Patienten in die Apotheken, um dort Versorgung zu suchen.

Doch die Rentabilität bleibt ein zentrales Problem So werden etwa Risikobewertungen bei Bluthochdruck mit einem Nettosatz von 11,20 Euro pro Leistung vergütet. Dennoch erwirtschaftet nur jede dritte Apotheke damit Gewinne – über die Hälfte arbeitet sogar mit Verlust. Die Freie Apothekerschaft (FA) betont zwar, dass Apotheken über das nötige Fachwissen verfügen, um diese Dienstleistungen anzubieten. Die aktuellen Vergütungssätze deckten jedoch oft nicht einmal die Kosten.

Herausforderungen über die Finanzierung hinaus Viele Apotheken kämpfen zudem mit Personalmangel, hohem Verwaltungsaufwand und begrenztem Platz. Spannungen mit anderen Gesundheitsberufen belasten die Situation zusätzlich. Die FA warnt davor, ungenutzte pDL-Mittel einfach in die allgemeinen Apothekenbudgets umzuleiten – dies könnte die langfristige Struktur der Dienstleistungen untergraben.

Forderungen nach Reformen werden lauter Als Reaktion fordert der Deutsche Apothekerverband (DAV) höhere pDL-Vergütungen, um die Angebote wirtschaftlich tragfähig zu machen. Zwar steigt die Abrechnung der Leistungen, doch die Nachfrage bleibt hinter den Erwartungen zurück – die Zukunft des Programms ist damit ungewiss.

Zukunft der pDL unklar: Zwischen Bedeutung und Wirtschaftlichkeit Die Ausweitung der pharmazeutischen Dienstleistungen unterstreicht ihre wachsende Rolle in der modernen Gesundheitsversorgung. Ohne Anpassungen bei Finanzierung und Rahmenbedingungen könnten viele Apotheken jedoch weiterhin Verluste machen. Die Politik steht nun unter Druck, das System zu reformieren und die flächendeckende Verfügbarkeit zu sichern.

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