Polizeigewerkschafter sorgt mit umstrittenem Rat für Frauen für Empörung
Mila SimonPolizeigewerkschafter sorgt mit umstrittenem Rat für Frauen für Empörung
Ein hochrangiger deutscher Polizeibeamter hat mit der Äußerung, Frauen könnten sicherer sein, wenn sie auf Beziehungen zu Männern verzichteten, für Aufsehen gesorgt. Dirk Peglow, Vorsitzender der Gewerkschaft der Kriminalbeamten (GdK), machte die umstrittene Bemerkung in einem Interview bei der ZDF-Sendung heute journal diese Woche. Seine Aussagen folgten auf die Veröffentlichung neuer Kriminalstatistiken, die einen Anstieg von Vergewaltigungen und sexualisierten Gewalttaten zeigen.
Die Diskussion entstand in der Montagabend-Ausgabe des heute journal. Moderatorin Dunja Hayali fragte Peglow nach Sicherheitstipps für Frauen angesichts der wachsenden Gewaltbereitschaft. Seine Antwort – dass Frauen überlegen sollten, auf Partnerschaften mit Männern zu verzichten – ließ Hayali überrascht auflachen. Später präzisierte Peglow, er habe keine pauschale Warnung aussprechen wollen, sondern auf statistische Risiken hingewiesen.
Feministische Autorinnen wie Emilia Roig, Beatrice Frasl und Pauline Harmange argumentieren seit Langem, dass Beziehungen zu Männern Frauen oft benachteiligen. Studien zufolge leiden Frauen in solchen Partnerschaften häufiger unter Stress, gesundheitlichen Problemen und finanziellen Nachteilen. Zudem tragen sie überproportional oft unbezahlte Arbeit – von Haushalt über emotionale Fürsorge bis zur Kinderbetreuung.
Peglows Aussagen lösten umgehend eine Welle der Empörung im Netz aus. Kritiker warfen ihm "Gehirnwäsche", "Gesellschaftsspaltung" und "Männerhass" vor. Andere verteidigten seine Haltung und verwiesen darauf, dass die Daten zu Gewalt gegen Frauen eine offene Debatte rechtfertigten. Peglow selbst betonte, seine Aussage basiere auf Kriminalstatistiken und richte sich nicht gegen Männer insgesamt.
Die Diskussion fällt in eine Zeit, in der Deutschland mit einer Zunahme sexualisierter Gewalt konfrontiert ist. Peglows Statement lenkt die Aufmerksamkeit erneut auf die Risiken, denen Frauen in engen Beziehungen ausgesetzt sind. Unterdessen wird weiter darüber diskutiert, wie die tieferliegenden Ursachen geschlechtsspezifischer Gewalt bekämpft werden können.






