Rastatt kämpft um finanzielle Rettung nach drastischem Gewerbesteuer-Einbruch
Amelie HoffmannRastatt kämpft um finanzielle Rettung nach drastischem Gewerbesteuer-Einbruch
Rastatt steht vor einer tiefen Finanzkrise, nachdem die Einnahmen aus der Gewerbesteuer drastisch eingebrochen sind. Der Haushalt der Stadt für 2026 wurde zwar vom Regierungspräsidium Karlsruhe genehmigt – allerdings nur unter strengen Auflagen. Beamte warnen nun vor harten Maßnahmen, um die Finanzen zu stabilisieren und weitere Haushaltslücken zu vermeiden.
Die Krise trat offen zutage, als die erwarteten Gewerbesteuereinnahmen Rastatts für 2026 massiv hinter den Planungen zurückblieben. Statt der veranschlagten eine Million Euro rechnet die Stadt nun nur noch mit 300.000 Euro. Dieser starke Rückgang zwingt zu sofortigem Handeln.
Das Regierungspräsidium Karlsruhe hat reagiert und fordert weitere Kürzungen im Haushalt sowie eine vollständige Überprüfung der Investitionspläne Rastatts. Bürgermeisterin Monika Müller unterstützt diese Forderungen und ruft zu drastischen Einsparungen sowie neuen Wegen zur Steigerung der Einnahmen auf. Ziel ist es, einen langfristigen finanziellen Kollaps abzuwenden und die wirtschaftliche Perspektive der Stadt zu verbessern.
Bis zum 1. September 2026 muss Rastatt dem Regierungspräsidium einen detaillierten Bericht über die Haushaltslage vorlegen. Bei einer öffentlichen Veranstaltung im Juni sollen zudem die nächsten Schritte für 2027 vorgestellt werden – eine Gelegenheit für die Bürgerinnen und Bürger, zu erfahren, wie die Stadt vorgehen will.
Das Problem beschränkt sich nicht auf Rastatt. In ganz Baden-Württemberg sanken die kommunalen Steuereinnahmen pro Kopf 2025 auf 1.862 Euro – ein Rückgang um 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Gewerbesteuer, die für lokale Haushalte entscheidend ist, variiert dabei stark: Während Stuttgart 2025 rund 747 Millionen Euro einnahm, liegen kleinere Städte wie Rastatt weit dahinter.
Rastatt muss nun die Ausgaben kürzen und neue Einnahmequellen erschließen, um finanziell stabil zu bleiben. Ob es der Stadt gelingt, die Vorgaben des Regierungspräsidiums zu erfüllen, wird ihren wirtschaftlichen Weg in den kommenden Jahren bestimmen. Ohne tiefgreifende Veränderungen drohen weitere finanzielle Belastungen.






