RAW-Gelände in Berlin: Kulturschock droht – Clubs kämpfen ums Überleben
Emil NeumannRAW-Gelände in Berlin: Kulturschock droht – Clubs kämpfen ums Überleben
Berlins kulturelles Wahrzeichen RAW-Gelände in Gefahr: Eigentümer drängt auf Umwandlung – Clubs droht die Schließung
Das legendäre RAW-Gelände in Berlin steht vor einer ungewissen Zukunft, da die Eigentümerfamilie Kurth auf eine Umnutzung des Areals pocht. Mehrere Clubs und Kulturstätten sehen sich nach dem Entzug ihrer Betriebserlaubnisse mit der Schließung konfrontiert. Aktivisten und politische Gruppen mobilisieren nun zum Widerstand – für dieses Wochenende ist eine Protest-Rave geplant.
Die Familie Kurth besitzt das RAW-Gelände seit Jahren und strebt bereits länger eine Umwandlung in Wohnraum an. Trotz eines bestehenden Bebauungsverbots verweigert sie die Verlängerung kurzfristiger Mietverträge für Einrichtungen wie den Crack Bellmer, die Bar zum Schmutzigen Hobby, den Lokschuppen und die Cassiopeia. Zudem wurden Betriebserlaubnisse zurückgenommen, sodass einige Clubs mittlerweile illegal arbeiten.
Ein Entwurf für einen Kompromiss sieht vor, dass die Kurths Teile des Geländes umbauen dürfen – vorausgesetzt, soziokulturelle Räume werden für mindestens 30 Jahre gesichert. Doch über das Tempo der Umsetzung gibt es weiterhin Streit. Während die Eigentümer die Verzögerungen kritisieren, werfen Clubbetreiber und der Mietervertreter Florian Schmidt der Familie vor, mit Druckmitteln zu arbeiten.
Die Lage ist eskaliert: Die Kurths haben eine inoffizielle Frist bis Ende dieses Monats gesetzt und fordern Klarheit in Sachen Brandschutz, Lärmschutz und Zuständigkeiten. Ohne schnelle Einigung steht das kulturelle Erbe des RAW-Geländes auf dem Spiel.
Als Reaktion haben Aktivisten für Samstag eine Demonstrations-Rave organisiert, unterstützt von SPD, Grünen und Linken. Ziel der Proteste ist es, die Behörden zum Handeln zu bewegen, bevor es zu spät ist.
Das Überleben der RAW-Clubs hängt nun von einer raschen Einigung zwischen den Eigentümern und dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg ab. Sollte bis zum Stichtag der Kurths keine Lösung gefunden werden, könnten die langjährigen Kulturbetriebe endgültig schließen müssen. Ob der Standort seine kreative Identität bewahrt oder einer Umnutzung weicht, wird sich auch am politischen Rückhalt und öffentlichen Druck entscheiden.






