Rekordzahl an Anträgen auf Kriegsdienstverweigerung im Jahr 2026
Anträge auf Kriegsdienstverweigerung in Deutschland steigen 2026 stark an
Allein in den ersten drei Monaten des Jahres 2026 gingen 2.656 Anträge auf Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer ein – mehr als im gesamten Jahr 2024. Dieser deutliche Anstieg setzt einen stetigen Trend der letzten Jahre fort, in denen sowohl die Antragszahlen als auch die Rücknahmen zugenommen haben.
Das Verfahren beginnt in den Karrierecentern der Bundeswehr, die die Anträge an das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) weiterleiten. Zwar ist die Wehrpflicht seit 2011 ausgesetzt, doch das gesetzliche Recht, den Militärdienst aus Gewissensgründen zu verweigern, bleibt unverändert bestehen. Es würde erst im Falle eines nationalen Verteidigungnotstands wieder relevant.
Die Zahlen steigen seit 2021 kontinuierlich. Damals widerriefen 304 Personen ihren Status als Kriegsdienstverweigerer, doch bis 2024 verdoppelte sich diese Zahl auf 626. Auch 2025 stieg die Anzahl der Rücknahmen weiter – auf 781 Fälle. Im ersten Quartal 2026 zogen weitere 233 Personen ihren Status zurück.
Gleichzeitig nahm auch die Zahl der Anträge deutlich zu: 1.079 im Jahr 2023, dann 3.879 im Jahr 2025. Sollte sich der aktuelle Trend fortsetzen, könnte 2026 die höchste Antragszahl seit der Aussetzung der Wehrpflicht verzeichnet werden.
Die Entwicklung deutet auf ein wachsendes Interesse an den Verfahren zur Kriegsdienstverweigerung hin. Mit bereits 2.656 Anträgen in den ersten Monaten des Jahres 2026 könnte die Gesamtzahl die der Vorjahre übertreffen. Gleichzeitig steigen die Rücknahmen weiter an – ein Zeichen für sich wandelnde Einstellungen zu Befreiungen vom Militärdienst.






