Salzburger Festspiele: Bergmanns heikler Balanceakt mit Dirigent Currentzis
Amelie HoffmannSalzburger Festspiele: Bergmanns heikler Balanceakt mit Dirigent Currentzis
Die Salzburger Festspiele bereiten sich unter der Leitung von Karin Bergmann auf ihre nächste Ausgabe vor. Sie übernahm die Führung, nachdem die Fehler ihres Vorgängers einen Kurswechsel erzwungen hatten. Nun steht sie selbst wegen ihrer Unterstützung für den Dirigenten Teodor Currentzis in der Kritik, dessen Verbindungen zu russischen Unternehmen weiterhin umstritten sind.
Bergmann steuert das Festival derzeit durch eine Übergangsphase. Sie räumt ein, dass ihre Amtszeit nur von kurzer Dauer sein wird – bereits im September sind Anhörungen für ihre Nachfolge geplant. Dennoch verteidigt sie weiterhin ihre Entscheidung, Currentzis als Dirigenten für die Produktion Hinterhäuser zu behalten.
Currentzis gerät wegen seiner Verbindungen zu Unternehmen wie Gazprom und VTB, die beide dem russischen Staat nahestehen, in die Schusslinie. Zudem nahm er 2014, nach der Annexion der Krim, die russische Staatsbürgerschaft an. Die russische Sopranistin Anna Netrebko, eine weitere prominente Künstlerin, meidet hingegen seit Jahren Auftritte in Russland.
Bergmanns Position ist heikel. Sie muss die früheren Entscheidungen des Festivals mit dessen zukünftiger Ausrichtung in Einklang bringen. Ihre Verteidigung Currentzis' verkompliziert die Situation zusätzlich, während die Suche nach ihrer Nachfolgerin oder ihrem Nachfolger voranschreitet.
Die kommende Spielzeit wird noch unter Bergmanns Ägide stattfinden. Ihre Nachfolgerin oder ihr Nachfolger wird eine Führung übernehmen, die von jüngsten Kontroversen geprägt ist. Die jetzt getroffenen Weichenstellungen werden mitbestimmen, wie das Festival in den kommenden Jahren seine künstlerischen und politischen Herausforderungen meistern wird.






