Sportministerkonferenz debattiert über Frauen-Nordische Kombination und sicheren Sport
Amelie HoffmannSportministerkonferenz debattiert über Frauen-Nordische Kombination und sicheren Sport
Die 53. Sportministerkonferenz (SMK) fand auf der Insel Norderney statt und wurde von Theresa Schopper, der Sportministerin Baden-Württembergs, geleitet. Im Mittelpunkt standen die Zukunft der Nordischen Kombination, die Förderung des Spitzensports sowie Pläne für ein neues Zentrum für sicheren Sport.
Die zweitägige Veranstaltung brachte Minister:innen, Senator:innen und Fachleute zusammen, um drängende Fragen der deutschen und internationalen Sportpolitik zu erörtern.
Eine der brennendsten Debatten drehte sich um die Zukunft der Nordischen Kombination. Armin Schuster, Sächsischer Staatsminister für Sport, setzte sich für die Aufnahme von Frauenwettbewerben bei den Olympischen Spielen ein. Bisher ist die Disziplin ausschließlich Männern vorbehalten, und das Internationale Olympische Komitee (IOC) prüft derzeit ihren Status. Eine Entscheidung im Mai wird zeigen, ob Frauenwettkämpfe für die Winterspiele 2030 in Frankreich eingeführt werden – oder ob der Sport gänzlich aus dem olympischen Programm gestrichen wird.
Theresa Schopper betonte, wie wichtig es sei, die Nordische Kombination für beide Geschlechter im olympischen Programm zu halten. Gemeinsam mit Andy Grote, Hamburger Sportsenator, forderte sie zudem einen kulturellen Wandel, um die Bewegung von Kindern und Jugendlichen zu fördern. Grote drängte auf schnelles Handeln und schlug einen Nationalen Aktionsplan vor, um dem Rückgang der Sportbeteiligung bei Jugendlichen entgegenzuwirken.
Dr. Christiane Schenderlein, Staatsministerin für Sport im Bund, kündigte zwei zentrale Vorhaben an: die Gründung eines unabhängigen Zentrums für sicheren Sport sowie eine verstärkte Unterstützung für Spitzensportler:innen durch das Sportfördergesetz. Auch die Elitesportagentur soll zusätzliche Mittel erhalten, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu stärken.
Steuerfragen für Sportvereine und die Vorbereitungen auf Großveranstaltungen standen ebenfalls auf der Agenda. Daniela Behrens, Sportministerin Niedersachsens, schloss die Konferenz mit einem Dank an die Teilnehmenden für die konstruktiven Diskussionen und die gute Zusammenarbeit.
Die Debatte um die Frauen-Nordische Kombination hat seit den Olympischen Spielen 2026 in Milano Cortina, bei denen nur Männerwettkämpfe ausgetragen wurden, an Fahrt aufgenommen. Deutsche Verantwortliche, Athlet:innen wie Karl Geiger und Expert:innen wie Eric Frenzel argumentieren, dass das Wachstum der Sportart, die bestehende Infrastruktur und die starken Männerwettbewerbe für eine olympische Aufnahme sprechen. Ohne sie, so die Warnung, könnte die Disziplin vollständig aus dem olympischen Programm verschwinden.
Die Konferenz endete mit klaren Prioritäten: die olympische Zukunft der Frauen-Nordischen Kombination sichern, die Sportbeteiligung von Jugendlichen steigern und das neue Zentrum für sicheren Sport vorantreiben. Die anstehenden Entscheidungen werden die deutsche Sportlandschaft in den kommenden Jahren prägen.
Eine endgültige Entscheidung des IOC zur olympischen Zukunft der Nordischen Kombination wird im Mai erwartet – mit weitreichenden Folgen für die Entwicklung und Finanzierung des Sports.






