27 March 2026, 14:17

Warum die Demokratie an Vertrauen verliert – und wer davon profitiert

Ein Plakat mit einem zentralen Baum, umgeben von Gesichtern, mit der Beschriftung "Der politische Cluster im Terrorismus" unten.

Warum die Demokratie an Vertrauen verliert – und wer davon profitiert

Warum das Misstrauen gegenüber der Demokratie wächst: Neue Erkenntnisse des Soziologen Aladin El-Mafaalani

In seinem neuen Buch untersucht der Soziologe Aladin El-Mafaalani, warum das Vertrauen in die Demokratie schwindet. Seine Forschung zeigt, wie rechtspopulistische Bewegungen – etwa die deutsche AfD – dieses Misstrauen gezielt ausnutzen, um Anhänger zu gewinnen. Die Ergebnisse liefern überraschende Erklärungen dafür, warum herkömmliche Strategien gegen ihren Aufstieg versagen.

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El-Mafaalanis Werk "Gemeinschaften des Misstrauens" analysiert, wie Menschen das Vertrauen in staatliche Institutionen, Gerichte, Wissenschaft und Medien verlieren. Seine These: Populistische Parteien festigen dieses Misstrauen bewusst – selbst wenn sie ihre Versprechen nicht einhalten. Ihre Anhänger, ohnehin skeptisch gegenüber dem etablierten System, machen dann nicht die Inkompetenz der Partei, sondern die Demokratie selbst für die Missstände verantwortlich.

Die AfD, 2013 als euroskeptische Kraft gegründet, entwickelte sich zu einer nationalkonservativen Partei mit scharfer anti-migrantischer und systemkritischer Rhetorik. Indem sie gezielt Wähler anspricht, die Institutionen misstrauen – darunter auch junge Menschen, die mit den etablierten Parteien unzufrieden sind –, zog sie 2017 in den Bundestag ein. Bis 2025 verdoppelte sie ihr Ergebnis von 2021, mit Alice Weidel als Kanzlerkandidatin.

Digitale Medien haben es misstrauischen Einzelpersonen erstmals ermöglicht, sich zu vernetzen und zu organisieren. El-Mafaalani betont, dass solche Gruppen oft nur denen vertrauen, die ihre Skepsis teilen – es entstehen eng verbundene "Gemeinschaften des Misstrauens". Seine Analyse deckt ähnliche Muster auch in anderen Bewegungen auf, etwa beim Aufstieg Trumps in den USA.

Peter Unfried, Chefredakteur des Magazins "FUTURZWEI", unterstreicht die Dringlichkeit, wirksame Gegenstrategien zu entwickeln. El-Mafaalanis Arbeit zeigt: Allein die Entlarvung der AfD-Versagen wird das demokratische Vertrauen nicht wiederherstellen. Stattdessen könnte ein besseres Verständnis dieser Dynamiken zu gezielteren und erfolgreicheren Lösungsansätzen führen.

Das Buch bietet eine vertiefte Analyse, warum populistische Bewegungen trotz ihrer Schwächen Zulauf erhalten. Gleichzeitig skizziert es, wie die Untergrabung des Institutionenvertrauens langfristige Herausforderungen für die Demokratie schafft. El-Mafaalanis Erkenntnisse machen deutlich: Um politische Vertrauenskrisen zu überwinden, braucht es neue Ansätze – an den Wurzeln des Problems.

Quelle