Wirtschaftsgipfel im Kanzleramt: Mittelstand fühlt sich ignoriert und schlägt Alarm
Sebastian HoffmannWirtschaftsgipfel im Kanzleramt: Mittelstand fühlt sich ignoriert und schlägt Alarm
11 Wirtschaftsverbände unter Führung des BVMW kritisieren Wirtschaftsgipfel im Kanzleramt
Ein Bündnis aus elf Branchenverbänden unter der Führung des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) hat den anstehenden Wirtschaftsgipfel im Bundeskanzleramt scharf kritisiert. Die von Bundeskanzler Friedrich Merz organisierte Veranstaltung bringt Gewerkschaften und Großunternehmen an einen Tisch – der Mittelstand bleibt jedoch außen vor. Die ausgeschlossenen Verbände haben nun in einer gemeinsamen Erklärung ihren Unmut geäußert.
Die Unterzeichner, darunter BVMW-Hauptgeschäftsführer Christoph Ahlhaus, bezeichnen den Gipfel als das „wichtigste Treffen dieser Legislaturperiode“. Doch genau hier liege das Problem: Die kleinen und mittleren Unternehmen – das Rückgrat der deutschen Wirtschaft – seien nicht eingeladen. Ahlhaus warf der Bundesregierung vor, sich „in eine Sackgasse manövriert“ zu haben, besonders nach dem schlecht aufgenommenen Treffen in der Villa Borsig zu Beginn des Jahres.
In ihrer Stellungnahme listen die Verbände eine Reihe unerfüllter Forderungen auf, von spürbaren Bürokratieabbau über Reformen bei der Einkommensteuer bis hin zu Arbeitsrechtsanpassungen. Gleichzeitig warnen sie davor, frühere Fehler zu wiederholen – etwa das gescheiterte 1.000-Euro-Bonusprogramm, das ihrer Ansicht nach die realen Herausforderungen kleinerer Betriebe ignoriert habe.
Ahlhaus betonte, dass ein wirtschaftspolitischer Dialog die gesamte Vielfalt der deutschen Unternehmenslandschaft widerspiegeln müsse. Statt hinter verschlossenen Türen zu verhandeln, brauche es einen offenen, praxisnahen und realitätsbezogenen Prozess.
Die Kritik kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Kanzler Merz mit großen Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden über Reformen beraten will. Die ausgeschlossenen Verbände stellen nun infrage, ob der Gipfel die Bedürfnisse der Gesamtwirtschaft berücksichtigen wird. Im Mittelpunkt ihrer Sorgen stehen unerfüllte Forderungen und die Gefahr, dass die Ergebnisse am Ende den Mittelstand nicht ausreichend unterstützen.






