02 April 2026, 12:13

ZDK lehnt EU-Pläne für einheitliche Fahrzeugkennzeichnung strikt ab

Aufkleber auf der Rückseite eines Autos, der dessen Modellnamen anzeigt.

ZDK lehnt EU-Pläne für einheitliche Fahrzeugkennzeichnung strikt ab

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) hat sich gegen den Vorschlag der Europäischen Kommission für eine standardisierte Fahrzeugkennzeichnung ausgesprochen. Nach Angaben des Verbands würde der Plan erhebliche praktische und rechtliche Probleme verursachen – insbesondere für den Gebrauchtwagenmarkt.

ZDK-Präsident Thomas Peckruhn bezeichnete die geplanten Regelungen als undurchführbar und warnte, sie könnten Händler dazu veranlassen, ältere Fahrzeuge komplett abzulehnen. Die Europäische Kommission will, dass Käufer beim Erwerb eines Fahrzeugs – auch gebrauchter – klarere Angaben zu Kraftstoffverbrauch und Emissionen erhalten. Doch der ZDK argumentiert, dass ältere Modelle nach dem veralteten NEFZ-Standard (Neuer Europäischer Fahrzyklus) zertifiziert wurden, während neuere Fahrzeuge den strengeren WLTP-Messverfahren (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure) unterliegen. Händlern fehlen die Mittel, um zwischen diesen Systemen präzise umzurechnen.

Viele Gebrauchtwagen wurden zudem nachträglich verändert, sodass zuverlässige Daten oft nicht mehr ermittelt werden können. Peckruhn betonte, dass eine Verpflichtung der Händler zur Einhaltung der neuen Vorgaben unnötige Belastungen schaffen würde, ohne dass Verbraucher davon profitierten.

In einem acht Punkte umfassenden Positionspapier forderte der ZDK die Politik auf, die Kennzeichnungspflicht auf Neufahrzeuge zu beschränken. Zudem lehnte der Verband verbindliche Angaben zum Batteriezustand bei gebrauchten Elektroautos ab. Der ZDK verlangte außerdem klarere Verantwortlichkeiten für Hersteller, Online-Plattformen und Händler sowie einheitliche EU-weite Marktkontrollen.

Peckruhn hat nun das Bundeswirtschaftsministerium um Intervention gebeten. Er fordert Brüssel auf, rechtssichere und praxistaugliche Regelungen zu erlassen. Die Kritik des ZDK zeigt die Herausforderungen auf, die mit der Anwendung neuer Standards auf ältere Fahrzeuge verbunden sind. Ohne Anpassungen könnten die Vorschriften den Gebrauchtwagenmarkt stören und Händler unzumutbar belasten. Die Vorschläge des Verbands zielen darauf ab, Verbraucherinformationen mit den praktischen Gegebenheiten des Handels in Einklang zu bringen.

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