08 June 2026, 14:09

Zuckergehalt in Kindergetränken steigt – trotz angeblicher Reduktion durch die Regierung

Wie das Landwirtschaftsministerium Schön die Zuckerfortschritte Berechnet

Zuckergehalt in Kindergetränken steigt – trotz angeblicher Reduktion durch die Regierung

Ein neuer Bericht offenbart Ungereimtheiten in den deutschen Angaben zur Zuckerreduktion in Erfrischungsgetränken. Während die Bundesregierung seit 2018 einen Rückgang um 15 Prozent verkündete, zeigen interne Daten lediglich einen Rückgang von 9,1 Prozent. Gleichzeitig enthalten Getränke, die speziell an Kinder vermarktet werden, heute sogar mehr Zucker als zuvor.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hatte noch 2024 erklärt, der Zuckergehalt in Erfrischungsgetränken sei seit 2018 um 15 Prozent gesunken. Doch eine interne Zusammenfassung belegte, dass die tatsächliche Reduktion nur 9,1 Prozent betrug. Der höhere Wert bezog sich allein auf einen gewichteten Durchschnitt marktrelevanter Getränke – nicht auf das gesamte untersuchte Sortiment.

Das Max Rubner-Institut, eine Bundesforschungseinrichtung, stellte zwischen 2018 und 2024 keine signifikante Gesamtveränderung des Zuckergehalts fest. Zudem verwies es auf Unsicherheiten bei der 15-Prozent-Angabe, da die Stichprobe aus dem Jahr 2018 deutlich kleiner ausgefallen war. Darüber hinaus verschwiegen die Ministeriumsdaten, dass der Zuckergehalt seit 2022 stabil geblieben ist.

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Trotz dieser Erkenntnisse stieg der Zuckeranteil in Getränken mit kindgerechter Verpackung im selben Zeitraum um 23 Prozent. Landwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) lehnt eine Zuckersteuer wiederholt ab und setzt stattdessen auf freiwillige Vereinbarungen mit der Industrie, um den Zuckergehalt in verarbeiteten Lebensmitteln zu senken.

Gleichzeitig kündigte die Bundesregierung kürzlich Pläne für eine Zuckerabgabe auf gezuckerte Getränke an, die 2028 in Kraft treten soll. Die Steuer, die voraussichtlich jährlich rund 450 Millionen Euro einbringen wird, verteidigt Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sowohl als Einnahmequelle als auch als Maßnahme zur Reduzierung des Zuckerkonsums.

Die für 2028 geplante Zuckersteuer wird trotz widersprüchlicher Daten zur Zuckerreduktion umgesetzt. Während kindgerechte Getränke süßer geworden sind, hat sich der Gesamtzuckergehalt in Erfrischungsgetränken seit 2022 kaum verändert. Die Methodik und Transparenz der Regierungsangaben bleiben weiterhin umstritten.

Quelle