08 June 2026, 02:06

AfD Baden-Württemberg: Machtkämpfe und Vorwürfe erschüttern die Partei von innen

Bericht: Interne Briefe belasten AfD-Spitze in Baden-Württemberg

AfD Baden-Württemberg: Machtkämpfe und Vorwürfe erschüttern die Partei von innen

Zwei interne Schreiben haben tiefe Gräben innerhalb der AfD Baden-Württemberg offenbart. Langjährige Mitglieder, darunter ein ehemaliger Abgeordneter, werfen der Landesführung vor, Kritiker zum Schweigen zu bringen und demokratische Grundsätze zu verraten. Die Vorwürfe kommen zu einem Zeitpunkt, an dem der Landesvorsitzende Markus Frohnmaier mit Rekordzustimmung von 91 Prozent im Amt bestätigt wurde.

Das erste Schreiben stammt von Rüdiger Klos, einem scheidenden AfD-Landtagsabgeordneten und Mitgründer des Landesverbands. Zehn Jahre lang saß er im Stuttgarter Landtag und fungierte von 2015 bis 2017 als stellvertretender Landessprecher. Klos wirft der Partei vor, sich von einer basisdemokratischen Bewegung zu einer autokratischen Struktur gewandelt zu haben, geprägt von Machtcliquen und einer Kultur der Selbstbereicherung. Die Führung nutze Parteiausschlussverfahren, um Andersdenkende mundtot zu machen – Methoden, die er als „Säuberungen im Stil totalitärer Regime“ und „goebbelsche innerparteiliche Praktiken“ brandmarkt.

In einem zweiten Brief äußern mehrere langjährige Mitglieder aus zwei Kreisverbänden ähnliche Bedenken. Sie kritisieren eine Machtkonzentration in wenigen Händen, Vetternwirtschaft sowie Intransparenz bei Finanzfragen und Personalentscheidungen. Die Gruppe fordert eine unabhängige Prüfung der Landespartei-Finanzen, einschließlich des umstrittenen Ludwigsburger Erbes.

Klos hatte Frohnmaier bereits in früheren Schreiben an die Parteispitze schwere Vorwürfe gemacht. Nun warnt er, dass die Übernahme von Regierungsverantwortung durch inkompetente Funktionäre „Chaos für Deutschland“ zur Folge hätte. Trotz der massiven Kritik wurde Frohnmaier auf dem jüngsten Landesparteitag mit überwältigender Mehrheit wiedergewählt – das beste Ergebnis, das je ein AfD-Landesvorsitzender in Baden-Württemberg erzielt hat.

Beide Briefe gingen auch an die Bundesvorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla und vertiefen damit die Spannungen in der regionalen Parteiführung.

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Die Vorwürfe unterstreichen die wachsenden Konflikte im baden-württembergischen AfD-Landesverband. Forderungen nach finanzieller Transparenz und demokratischen Reformen bleiben unerfüllt. Gleichzeitig deutet Frohnmaiers Wiederwahl auf eine starke Rückendeckung durch die Parteibasis hin – trotz des internen Streits.

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