05 June 2026, 12:48

Anonymer Brief erschüttert Stadttheater Fürth: Toxisches Arbeitsklima vorgeworfen

Anonymes Schreiben im Fürther Stadttheater: Unterstützung für Intendantin Stolz von innen

Anonymer Brief erschüttert Stadttheater Fürth: Toxisches Arbeitsklima vorgeworfen

Ein anonymer Brief hat am Stadttheater Fürth für Unruhe gesorgt. Darin wird der künstlerischen Leiterin, Dr. Silvia Stolz, vorgeworfen, ein toxisches Arbeitsklima zu fördern. Das undatierte und namenlose Schreiben behauptet, die Meinung von 25 festangestellten Mitarbeitenden widerzuspiegeln, doch lässt sich die Urheberschaft nicht überprüfen. Trotz der Vorwürfe laufen die Vorbereitungen für eine anstehende Premiere weiter.

In dem Brief wird das Arbeitsumfeld unter Stolz’ Führung als von Angst, Misstrauen und psychischer Belastung geprägt beschrieben. Zwar werden die jüngsten Erfolge des Theaters anerkannt, doch die internen Bedingungen hätten sich demnach verschlechtert. Dr. Stolz leitet die Einrichtung seit November 2023; in der Spielzeit 2024/2025 verzeichnete das Haus über 100.000 Besucher:innen und verkaufte 95.000 Karten. Besonders stark gewachsen ist das Jugendtheaterprogramm.

Der Dramaturg Udo Eidinger wies die Vorwürfe des Briefes zurück und verwies darauf, dass eine Überprüfung ohne namentliche Absender:innen unmöglich sei. Zudem bestritt er, dass das Schreiben die Haltung der gesamten Belegschaft repräsentiere. Solche anonymen Beschwerden seien auch an anderen Theatern keine Seltenheit, so Eidinger. Gleichzeitig lobte er Stolz dafür, die Verbindung des Theaters zur Stadt gestärkt, die Zugänglichkeit verbessert und einen offenen Dialog gefördert zu haben.

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Der Theateraufsichtsratsvorsitzende Maurice Schönleben (SPD) sprach Stolz öffentlich seine Unterstützung aus und betonte die Fortschritte der Institution seit 2023. Sie sei die richtige Führungskraft für die anstehende Transformation des Hauses. Eidinger kritisierte unterdessen die Vorgehensweise des anonymen Schreibens: Mitarbeitende mit Bedenken sollten diese direkt ansprechen, statt Konflikte anonym zu eskalieren.

Trotz der Verwerfungen bleibt ein Großteil des Teams auf die Arbeit konzentriert. Die Proben für eine Neuproduktion laufen wie geplant, auch wenn einige Beschäftigte verunsichert sind und auf weitere Klarheit warten.

Der Streit bricht zu einer Zeit aus, in der das Theater unter Stolz’ Leitung messbare Erfolge verzeichnet. Während die Vorbereitungen für die Premiere voranschreiten, muss die Einrichtung nun die internen Spannungen bewältigen, ohne den künstlerischen Schwung zu verlieren. Die Behauptungen des anonymen Briefes bleiben unverifiziert – die Lage damit vorerst ungeklärt.

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