26 March 2026, 02:14

Apotheken kämpfen ums Überleben: 9,50 Euro pro Rezept als Rettungsanker?

Plakat mit der Aufschrift 'Senken der Arzneimittelkosten unter der Biden-Harris-Verwaltung' mit Text und Logo.

Apotheken kämpfen ums Überleben: 9,50 Euro pro Rezept als Rettungsanker?

Die Debatte über die Finanzierung von Apotheken hat sich weiter zugespitzt, nachdem die Länderregierungen eine Erhöhung der Abgabegebühren fordern. Der vorgeschlagene Anstieg auf 9,50 Euro pro Rezept – bisher 8,35 Euro – soll die finanzielle Belastung der örtlichen Apotheken verringern. Steigende Kosten und seit 2013 eingefrorene Gebühren haben viele Betriebe an den Rand der Existenz gebracht.

Der Bundesrat hat nun seine Forderungen bekräftigt, darunter die Abschaffung der gelockerten Regeln für Filialapotheken und die Ablehnung von Ersatzlösungen durch Pharmazeutisch-technische Assistenten. Doch der Widerstand der Krankenkassen und der Bundesregierung erschwert eine Einigung.

Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) treibt die Forderung nach einer höheren Pauschalgebühr für verschreibungspflichtige Medikamente voran. Sie argumentiert, dass die aktuellen 8,35 Euro die Kosten nicht mehr decken – schließlich seien die Betriebskosten seit 2013 um 65 Prozent gestiegen. Der Freistaat pocht auf 9,50 Euro, um Schließungen, vor allem bei kleineren Apotheken, zu verhindern.

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Der Bundesrat unterstützte diese Position Anfang 2026 und lehnte gleichzeitig Pläne ab, die es Pharmazeutisch-technischen Assistenten ermöglichen würden, Apotheker zu ersetzen. Kritiker wie der GKV-Spitzenverband lehnen eine pauschale Gebührenerhöhung ab und schlagen stattdessen gestaffelte Anpassungen vor. Sie argumentieren, dass Großhandels- und Versandapotheken nicht in gleichem Maße profitieren sollten wie stark belastete lokale Apotheken.

Die endgültige Entscheidung liegt bei der Bundesregierung, die Branchenforderungen mit Haushaltsbelangen in Einklang bringen muss. Das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz befindet sich noch in Verhandlung, eine Lösung ist nicht in Sicht.

Falls die Gebührenerhöhung beschlossen wird, könnte sie Tausenden Apotheken unter finanziellem Druck Entlastung verschaffen. Doch Streitigkeiten über einheitliche Anpassungen und die Rolle der Assistenten könnten die Umsetzung verzögern. Das Ergebnis wird entscheiden, ob lokale Apotheken ihre Arbeit fortsetzen können – oder weitere Schließungen drohen.

Quelle