Apotheker fordert Günther Jauch heraus: "Besuchen Sie meine drohende Pleite!"
Mila SimonApotheker fordert Günther Jauch heraus: "Besuchen Sie meine drohende Pleite!"
Unabhängige Apotheken in Deutschland stehen unter wachsendem Druck: Finanzielle Engpässe und die Konkurrenz durch ausländische Online-Händler treiben viele an den Rand des Ruins. Gernot Pohl, Inhaber der Marien-Apotheke in Saal an der Donau, hat nun den TV-Moderator Günther Jauch öffentlich eingeladen, sich vor Ort ein Bild von den täglichen Herausforderungen zu machen. Der Vorstoß erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Verärgerung über Jauchs Werbung für Auslandsapotheken, die nach Kritikern lokale Betriebe gefährden.
Im Jahr 2023 sank die Apothekendichte in Deutschland kontinuierlich von 26 auf 21 Apotheken pro 100.000 Einwohner. Der Rückgang ist auf chronische Unterfinanzierung zurückzuführen: Die festen Erstattungssätze wurden trotz steigender Kosten – etwa für Löhne – seit 13 Jahren nicht angepasst. Pohl warnt, dass bis 2025 weitere 500 Apotheken für immer schließen könnten, falls sich die Rahmenbedingungen nicht verbessern.
Lokale Apotheker übernehmen dabei die anspruchsvollsten Aufgaben – von der Bewältigung von Arzneimittelengpässen bis hin zur aufwendigen Rezepturherstellung. Die Umsätze ausländischer Online-Apotheken fließen jedoch oft an der deutschen Wirtschaft, dem Steuersystem und der regionalen Infrastruktur vorbei. Besonders frustrierend findet Pohl, dass zunehmend Dauerverordnungen im Ausland beliefert werden.
Sein Videogruß an Jauch stößt bei Kollegen auf breite Unterstützung. Viele teilen seine Sorge, dass Jauchs Empfehlungen unbeabsichtigt das deutsche Apothekennetz schwächen könnten. Der Apotheker stellt infrage, ob dem TV-Star die weitreichenden Folgen für die lokalen Gemeinschaften bewusst sind.
Pohls Einladung rückt die Notlage unabhängiger Apotheken in den Fokus. Mit Hunderten von Schließungsrisiken hängt die Zukunft des Sektors davon ab, die Finanzierungslücken zu schließen und die Konkurrenz durch ausländische Anbieter einzudämmen. Die Entwicklung könnte langfristig bestimmen, wie Patienten in Deutschland den Zugang zu lebenswichtigen Medikamenten sichern.






