"Aschura-Marsch" in Berlin: Warum Kinder bei einer Entführungs-Nachstellung mitwirkten
Emil Neumann"Aschura-Marsch" in Berlin: Warum Kinder bei einer Entführungs-Nachstellung mitwirkten
Eine Demonstration in Berlin unter dem Titel „Aschura-Marsch“ hat für Kontroversen gesorgt, nachdem Kinder bei einer Nachstellung einer historischen Entführung eingesetzt wurden. Die Veranstaltung, die bei extremer Hitze stattfand, zog etwa 600 Teilnehmer an und sollte sich solidarisch mit unterdrückten Menschen weltweit zeigen.
Der Marsch fand bei sengenden 40°C statt. Die Organisatoren unterbrachen den Zug mehrmals, um den Teilnehmern Pause im Schatten und die Möglichkeit zu geben, Wasser zu trinken. Mehrere Anwesende benötigten wegen hitzebedingter Beschwerden medizinische Hilfe.
Während der Kundgebung wurden Kinder für eine theatralische Szene aneinandergebunden, die die Entführung von Frauen und Kindern darstellen sollte. Die Polizei bestätigte, dass die Demonstration insgesamt friedlich blieb – in Reden, Sprechchören oder auf Transparenten gab es keine strafbaren Inhalte. Dennoch verbot die Einsatzleitung die Darstellung nach einem Gespräch mit den Veranstaltern, woraufhin diese die Szene sofort stoppten.
Berlins Innensenatorin Iris Spranger kritisierte scharf den Einsatz von Kindern und bezeichnete es als inakzeptabel, sie für politische Botschaften zu instrumentalisieren. Auch das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus verurteilte den Marsch und warf den Organisatoren islamistische Verbindungen sowie die Unterstützung von Symbolen islamistischen Terrors vor.
Die Demonstration endete ohne größere Zwischenfälle, doch die Einbindung von Kindern in die Nachstellung löste heftige Kritik aus. Die Veranstalter passten den Ablauf an, strichen eine Zwischenkundgebung und sorgten dafür, dass die Teilnehmer sich von der Hitze erholen konnten.
