18 March 2026, 18:09

Baden-Württemberg stoppt Apotheken-Protest – Branche empört über Alleingang

Eine Gruppe von Männern geht einen Krankenhausflur entlang mit Deckenbeleuchtung, einer Tür an der rechten Wand und Texttafeln an der linken Seite, die besorgt aussehen.

Baden-Württemberg stoppt Apotheken-Protest – Branche empört über Alleingang

Apotheken in ganz Deutschland wollten am 23. März schließen – doch Baden-Württemberg blockiert den Protest

Apotheken in Deutschland hatten geplant, am 23. März im Rahmen eines bundesweiten Protests zu schließen. Doch in Baden-Württemberg verhinderte das Sozialministerium des Landes die Schließungen überraschend. Die plötzliche Entscheidung löste Wut unter Apothekeninhabern und Mitarbeitern aus, die den Behörden vorwerfen, die Protestaktion zu untergraben.

Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) hatte während ihrer Mitgliederversammlung in Berlin am 18. März zum bundesweiten Schließungstag aufgerufen. Sie forderte alle Landesverbände auf, die Apotheken zu schließen – wobei der Notdienst aufrechterhalten werden sollte – und gleichzeitig Demonstrationen in Berlin, Hannover, München und Düsseldorf zu organisieren. Zudem verabschiedete die ABDA eine Resolution, in der sie bessere wirtschaftliche Unterstützung für Apotheken forderte und sich gegen Pläne wie apothekerlose Apotheken aussprach. Eine Online-Petition sollte den Druck für diese Forderungen erhöhen.

Trotz der bundesweiten Abstimmung erließ das Sozialministerium Baden-Württembergs ein Verbot der Schließungen. Die Landesapothekerkammer (LAK) und der Landesapothekerverband (LAV) stellten die rechtlichen Argumente des Ministeriums nicht infrage. Diese fehlende Gegenwehr frustrierte viele – darunter den Apotheker Daniel Hölzle, der den Rücktritt des LAV-Vorstands forderte.

Hölzle, der die Tiergarten-Apotheke in Konstanz sowie eine Kaufland-Apotheke in Singen betreibt, will trotzdem handeln: Seine Tiergarten-Filiale bleibt am 23. März geschlossen, während der Standort in Singen mit reduzierten Öffnungszeiten arbeiten wird. Als Stadtrat in Konstanz plant er, mit lokalen Medien wie dem Südkurier über den Protest zu sprechen, um auf die Missstände aufmerksam zu machen.

Der Pharmazeutisch-technische Assistent Ariel Wagner kritisierte das Eingreifen des Ministeriums scharf: Es habe den engagierten Protestlern "den Stecker gezogen". Wagner fragte zudem, warum Baden-Württemberg die von der ABDA angestrebte bundesweite Einheit breche und damit viele in der Branche im Stich lasse.

Das Verbot des Ministeriums spaltet Baden-Württemberg vom Rest Deutschlands ab. Einige Apotheken, wie die von Hölzle, werden trotzdem schließen oder ihre Öffnungszeiten verkürzen. Unterdessen laufen die von der ABDA geplanten Demonstrationen und die Petition wie vorgesehen weiter – mit der Forderung nach stärkerem wirtschaftlichen Schutz für die Branche.

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