Zahnärzte in Berlin und Brandenburg fürchten um ihre Rente nach Fonds-Kollaps
Amelie HoffmannZahnärzte in Berlin und Brandenburg fürchten um ihre Rente nach Fonds-Kollaps
Rund 11.000 Zahnärztinnen und Zahnärzte in Berlin, Brandenburg und Bremen blicken einer ungewissen Renten Zukunft entgegen, nachdem ihr Versorgungswerk massive Verluste erlitten hat. Die Krise geht auf hochriskante Investitionen zurück, durch die fast die Hälfte des Gesamtvermögens des Fonds vernichtet wurde. Im Mittelpunkt des Streits steht der ehemalige Vorsitzende des Aufsichtsrats, der zwar im April abberufen wurde, diese Entscheidung nun aber gerichtlich anfechtet.
Die Probleme des Pensionsfonds begannen, als seine Anlagen zusammenbrachen – darunter die Insolvenz des Versicherers Element. Auch andere spekulative Beteiligungen scheiterten, was den Fonds in den finanziellen Ruin trieb. Als Reaktion entließ der Aufsichtsrat seinen Vorsitzenden im April mit der Begründung, das Vertrauen in seine Führung sei verloren gegangen.
Die Abberufung erfolgte in einem demokratischen Verfahren, das an ein Misstrauensvotum erinnerte und eine Zweidrittelmehrheit erforderte. Das Verwaltungsgericht Berlin urteilte später, eine solche Entlassung sei rechtmäßig, sofern sie nicht willkürlich oder strafend erfolgt sei. Der ehemalige Vorsitzende jedoch besteht darauf, seine Absetzung sei rechtswidrig gewesen – getrieben von irrationalen Motiven und einer Hetzkampagne. Er betont, alle Investitionen seien nach professionellen Standards abgewickelt worden, und weist jede Schuld von sich.
Trotz des Gerichtsurteils haben weder der Berliner Senat noch die Aufsichtsbehörde weitere Schritte eingeleitet. Zuvor hatte die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege die Abberufung zwar für rechtswidrig erklärt und die Nachwahl für ungültig – Konsequenzen blieben jedoch aus.
Der Rechtsstreit zieht sich weiter hin, während der abgesetzte Vorsitzende um seine Wiedereinsetzung kämpft. Unterdessen steht Tausende Zahnärzte vor einer unsicheren finanziellen Zukunft. Der Fall bleibt ungelöst – und vonseiten der Behörden gibt es keine dokumentierten Maßnahmen, um die Krise zu bewältigen.






