Baden-Württemberg testet: E-Auto-Besitzer stabilisieren Stromnetz und verdienen dabei Geld
Sebastian HoffmannBaden-Württemberg testet: E-Auto-Besitzer stabilisieren Stromnetz und verdienen dabei Geld
Neues Feldprojekt in Baden-Württemberg: Wie E-Auto-Besitzer das Stromnetz entlasten – und dabei Geld verdienen
Ein innovatives Praxisexperiment in Baden-Württemberg erforscht, wie Besitzer von Elektrofahrzeugen (E-Autos) das Stromnetz stabilisieren und gleichzeitig ein zusätzliches Einkommen erzielen können. Im Rahmen des Projekts LadeFlexBW erhalten private Fahrzeughalter finanzielle Anreize, wenn sie ihre Ladegewohnheiten anpassen, um die Netzbelastung zu verringern. Die Teilnehmer behalten dabei ihre bestehenden Energieverträge, da das Programm unabhängig von den regulären Stromlieferverträgen funktioniert.
Das Vorhaben nutzt das bestehende Standardlastprofil (SLP)-System und beweist, dass netzdienliches Laden auch ohne intelligente Stromzähler möglich ist. Bereits mehrere hundert Haushalte – überwiegend Privatpersonen mit E-Autos – nehmen teil, wobei die genaue Zahl nicht bekannt gegeben wird. Die Konzeption des Projekts stellt sicher, dass die Fahrer keine Nachteile haben: Die notwendige Flexibilität wird im Hintergrund automatisch gesteuert.
Dominique Gross, Geschäftsführerin von Intelligent Energy System Services (IE2S), sieht in LadeFlexBW einen Test für ein Geschäftsmodell, das Autofahrer für ihre Anpassungsfähigkeit belohnt. Das System ist skalierbar und kann von einigen hundert bis zu zehntausenden Fahrzeugen bewältigen. Oliver Strangfeld, Vorstand des Netzbetreibers TransnetBW, unterstützt solche Praxisversuche und bezeichnet sie als entscheidend, um von kleinen Pilotprojekten zu einer flächendeckenden Einführung zu gelangen.
Für die Teilnehmer schafft LadeFlexBW eine neue Einnahmequelle, ohne dass sie ihren Energielieferanten oder Tarif wechseln müssen. Das Projekt passt in die europäische Strategie des Demand-Response-Managements, bei dem Verbraucher durch flexible Stromnutzung zur Netzstabilität beitragen. Die Erkenntnisse aus dem Test sollen zudem in die Gestaltung künftiger Netzentgelte, digitaler Ladedienste und Regularien für dezentrale Flexibilität einfließen.
Die Ergebnisse von LadeFlexBW könnten maßgeblich beeinflussen, wie die E-Mobilität in erneuerbare Energiesysteme integriert wird. Indem das Projekt Autofahrer für netzdienliches Laden belohnt, soll es den Weg für eine gelingende Energiewende in Deutschland ebnen. Bei Erfolg könnte das Modell europaweit Schule machen und eine praktikable Lösung für die wachsende Nachfrage nach E-Autos bieten.






